Robin Thicke (Quelle: imago/ZUMA Press)
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- Robin Thicke – Blurred Lines

Wie es Robin Thicke und Pharrell Williams schaffen, Feministinnen, Youtube und Marvin Gayes Familie gegen sich aufzubringen.

Vorschusslorbeeren erhält man gerne
"Wo bleibt er bloß", schimpft Pharrell Williams, während er auf Robin Thicke wartet. Pharrell soll Robin mal wieder beim Songschreiben helfen. Irgendwann taucht Robin auf, allerdings völlig high und kaum ansprechbar.

"Schreib was, was so klingt wie mein Lieblingssong von Marvin Gaye" nuschelt er, bevor er müde auf die Couch sinkt, völlig unter dem Einfluss eines starken Schmerzmittels und Alkohol. Ok, soll er haben, denkt Pharrell und komponiert eine Nummer, die stark angelehnt ist an "Got To Give it up" aus dem Jahre 1977.

Als Robin wieder zu sich kommt, bittet er seinen Kumpel, ihn bei den Autorenangaben zu bedenken, obwohl er nicht eine einzige Note komponiert hat. Großzügig willigt Pharrell ein. Dann nahmen sie den Song auf.

Beim anschließenden Videodreh provozieren die beiden bewusst einen Skandal, indem sich vor allem Robin als Hahn im Korb inszeniert, der sich von drei sehr (wirklich sehr) spärlich bekleideten Models umschwärmen lässt.

Der Plan geht auf... fast
Erwartungsgemäß steigen sofort die Feministinnen auf die Barrikaden, YouTube streicht das freizügige Video von der Playlist und die Presse ernennt Robin Thicke 2013 zum "Sexist des Jahres". Aber die Schlagzeilen heizen den Verkauf an, außerdem entwickelt sich "Blurred Lines" im Radio zur meistgespielten Single aller Zeiten.

Robin und Pharrell freuen sich noch über zwei Grammy-Nominierungen, als bereits neues Ungemach droht - von den Erben Marvin Gayes. Sie bezichtigen die beiden des Plagiats und verklagen sie auf Entschädigungszahlung in Millionenhöhe. Vor Gericht zeigt sich Robin zerknirscht und sagt aus, er hätte gar keinen Anteil am Songwriting, da er total high gewesen wäre.

Das schützt ihn allerdings nicht vor einer saftigen Strafe, die 2015 von einem Gericht auf über 7 Millionen Dollar festgesetzt wird. Nach dem sich daraus ergebenen Rechtsstreit einigt man sich im März 2018 auf 4,3 Millionen Dollar, zahlbar an die Erben von Marvin Gaye.

Übrigens: Wie hätten Sie entschieden? Hier sind die Songs im Vergleich:

Titelvergleich: https://www.youtube.com/watch?v=ziz9HW2ZmmY

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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