Meghan Trainor (Quelle: imago/Starface)
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- Meghan Trainor – No Excuses

Wie es Meghan Trainor gelingt, sich musikalisch an die Spitze der #MeToo-Bewegung zu setzen.

Erzwungene Auszeit
Mit 17 hat Meghan Trainor bereits drei Alben in Eigenregie veröffentlicht, als sie 2014 endlich von einer großen Plattenfirma entdeckt wird. Schon das erste Album erobert die Spitze der Charts. Zur Belohnung gibt es einen Grammy, als Zugabe Duette mit Charlie Puth, Michael Bublé und John Legend und in Gestalt des Schauspielers Daryl Sabara kommt auch die Liebe vorbei.

Als Meghan durch eine Operation an den Stimmbändern zu einer Auszeit gezwungen wird, nutzt Daryl die Gelegenheit, um ihr an ihrem 24. Geburtstag einen Heiratsantrag zu machen.

Aufmerksam verfolgt Meghan Trainor, wie sich immer mehr Frauen öffentlich gegen männlichen Chauvinismus und sexuelle Übergriffe wehren. Auch sie plagt sich damit herum. Wie oft kommt es vor, dass sie die Manager in der Musikbranche herablassend behandeln, nur weil sie erst Anfang 20 und relativ neu in der Branche ist – und sie hasst das!

Respekt ist das Zauberwort!

Im englischen Sprachraum hat man sogar eine Vokabel dafür: Mansplaining. Man sollte seinem Gegenüber doch ebenso viel Respekt zollen, wie man ihn auch selbst erwartet. Inspiriert von Aretha Franklins Hit "Respect" beschließt Meghan Trainor, ihre Forderung musikalisch an den Mann zu bringen.

Ihr neues Album ist eigentlich schon im Kasten, als sie am 17. Januar 2018 spontan in nur 7 Stunden "No Excuses" komponiert und aufnimmt. Es ist quasi der Soundtrack zur "#MeToo and Time's Up"-Bewegung.

Und der Song ist so aktuell, dass Meghan nicht warten möchte, bis ihr Album erscheint. Also veröffentlicht sie ihn ohne die sonst übliche Marketing-Kampagne im März 2018 und erhält dafür das, was sie im Song fordert: Respekt!  

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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