Jan and Dean (Quelle: imago/United Archives International)
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- Jan and Dean – Surf City

Warum nicht die Beach Boys, sondern Jan und Dean die erste Welle des Surf-Sound lostreten.

Singende Football Spieler
Jan Berry und Dean Torrence spielen beide bei den "Warriors", der Football-Mannschaft ihrer Highschool in Los Angeles. In der Umkleide haben sie die Schließfächer nebeneinander, und als Jan eines Tages nach dem Training lauthals unter der Dusche singt, ist Dean beeindruckt. Er probiert es auch, und durch den Hall in den gekachelten Duschkabinen klingen ihre Stimmen total harmonisch.

Ab nun findet man die Freunde öfter singend im Waschraum als auf dem Sportplatz. Bald sind sie so gut, dass Plattenfirmen auf sie aufmerksam werden. Einer ihrer ersten Hits heißt "Linda", ein Song über die kleine Tochter von Musikanwalt Lee Eastman, die später Paul McCartney heiratet.

Anfang der 60er Jahre tauchen an der Küste von Kalifornien immer mehr Jungs mit ihren Surfbrettern auf, was den Manager auf die Idee bringt, seine beiden blonden Jungs auf dieser Welle mitschwimmen zu lassen. Mit ihren athletischen Figuren würden Jan und Dean auch auf dem Surfbrett eine gute Figur machen.

Verschenkter Hit
Mit den Beach Boys sind Jan und Dean gerade auf einer kleinen Tour unterwegs. Jan fragt Brian Wilson, ob er nicht einen Surfsong für sie übrig hätte. Brian spielt ihm zunächst "Surfin' U.S.A." vor, die kommende Single der Band, die allerdings verdächtig nach Chuck Berrys "Sweet Little Sixteen" klingt.

Dann spielt Brian ein paar Takte und singt "two girls for every boy". Das war's, mehr hat er nicht noch nicht. Diese Idee dürfen Jan und Dean gerne weiterspinnen. Sie machen daraus den Song "Surf City", und als er die Charts anführt, schäumt Murray Wilson vor Wut.

Er, Vater und Manager von Brian, macht seinem Sohn bittere Vorwürfe, den ersten Nummer-1-Hit verschenkt zu haben. Denn nun sind nicht die Beach Boys, sondern Jan and Dean die ersten Botschafter des neuen kalifornischen Lebensgefühls.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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