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- Hozier – Take Me To Church

Wie Hozier mit einer berührenden Ballade über ein schwieriges Thema ein Hit gelingt.

Glaubensfragen
Der Ire Andrew Hozier-Byrne wächst in dem Bewusstsein auf, dass alle Menschen gleich sind. Seine Eltern wurden noch katholisch erzogen, fanden aber im Quäkertum mehr Antworten auf ihre Fragen nach Gerechtigkeit und Menschenliebe.

Andrew ist hochmusikalisch, schreibt Songs und tourt mit dem berühmten irischen Anúna-Chor um die Welt - am Ende steht er als deren Solist im Rampenlicht. Trotzdem möchte er seine eigenen Lieder singen, denn Hozier hat viel auf dem Herzen. Z.B. verfolgt er 2013 in den Nachrichten, wie in Russland Homosexuelle gejagt werden. Er hadert mit dem katholischen Glauben, in dem Homosexualität als Sünde gilt und Sex nur für die Familiengründung praktiziert werden darf.

Dabei werden immer wieder Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufgedeckt. Und die Beichte, so Hozier, bringe den Gläubigen keine Erleichterung, im Gegenteil - man verwende die Beichte gegen sie und mache sie zu Sündern.


"Losing My Religion"

Diese Heuchelei macht Hozier wütend, denn sein eigener Glaube lehrt, dass jeder Mensch einen einzigartigen Wert hat und Erniedrigung und Diskriminierung verhindert werden müssen. Zuhause an der Küste Irlands schreibt der 23-Jährige ein Lied, in dem er Sex als etwas Positives und Menschliches darstellt und die Verlogenheit der katholischen Lehre anprangert.

Es ist 3 Uhr nachts, als er "Take Me to Chuch" mit seinem Laptop aufnimmt. Der Song ist seine Antwort auf den R.E.M-Klassiker "Losing My Religion", wie er selbst später in einem Interview erklärt.

Wenig später ist "Take Me To Church" in 12 Ländern die Nummer 1, wird mit Preisen überhäuft und, das schönste Kompliment: nun beschäftigen sich auch junge Theologiestudenten mit seinem Text.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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