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- Blondie – Atomic

Wie es Blondie schaffen, aus einem sehr zähen Prozess im Studio einen sehr flüssigen Song zu machen

"Eat to the Beat"
Im Tonstudio mit der Band Blondie stehen dem Komponisten Mike Chapman die Haare zu Berge, als er hört, was sich seine Schützlinge für das neue Album so vorstellen. Sie wollen Pop, Punk, Reggae und Funk miteinander vermischen und tischen ihrem Produzenten auch noch den fertigen Albumtitel auf: "Eat to the Beat".

Was soll das bedeuten? Chapman hat keine Ahnung, und auch Debbie Harry ist nicht in der Lage, ihm den Titel plausibel zu machen.

Mit dem Keyboarder bastelt sie gerade an einem Song namens "Atomic" herum. Das Gitarrenriff leihen sie sich kurzerhand bei dem Neil Diamond-Klassiker "Girl, You'll Be a Woman Soon" aus.


"Wie toter Fisch"

Der Titel soll Kraft und Positives vermitteln, obwohl "atomar" eher für das Gegenteil steht. Aber so genau nehmen sie es nicht, zumal "Atomic" laut Debbie sowieso nur wie toter Fisch klingt.

Genervt spielen die Jungs die Melodie wieder und wieder und Mike Chapman ist ziemlich entsetzt darüber, dass es nicht voran geht. Weil er die sog. Spaghetti-Western mit der Musik von Ennio Morricone liebt, mixt er den Sound unter "Atomic" und plötzlich klingt der Song gut und geheimnisvoll.

Dennoch sind Blondie, kurz bevor die LP veröffentlicht werden soll, mit den Nerven am Ende. Ist "Eat tot he beat" wirklich ein Album, auf das die Öffentlichkeit gewartet hat? Oder ist es einfach die Ausgeburt von sieben durchgeknallten Gehirnen? Ersteres ist der Fall: "Atomic" wird Blondies erfolgreichste Single in England.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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