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- A-ha – The Living Daylights

Wie James Bond-Produzent Albert Broccoli 1987 für einen Aha-Effekt sorgt

Ganz oder gar nicht
1985 hat der James-Bond-Produzent Albert Broccoli ein Problem, denn nach sieben Abenteuern als Geheimdienstler Ihrer Majestät hat Roger Moore den Dienst quittiert. Er schlägt Pierce Brosnan als Nachfolger vor, aber der ist anderweitig gebunden.

Als Gegenentwurf zu Moores selbstironischer Darstellung wird der englische Theaterschauspieler Timothy Dalton engagiert. Der Komponist John Barry ist wieder für die Musik zuständig, obwohl die Zusammenarbeit mit der Band Duran Duran beim letzten Film "A View To A Kill" oft in wüsten Trinkgelagen endete, ohne das Barry nennenswerten Einfluss auf den Song hatte.

Trotzdem war "A View To A Kill" ein Riesenerfolg und zog massenhaft junges Volk ins Kino. Das will Broccoli jetzt mit den Pet Shop Boys wiederholen. Aber die wollen entweder den ganzen Soundtrack produzieren, oder gar nichts.

 


"Tischtennis-Match mit 4 Bällen"
Die Pretenders sind da weniger anspruchsvoll, aber die Band ist nicht angesagt bei der Jugend! Während Broccoli noch überlegt, stürmt ein unbekanntes Trio aus Norwegen die amerikanischen Charts. A-ha ist die erste norwegische Band, der ein Nummer-1-Hit in Amerika gelingt und Broccoli greift zum Telefonhörer.

Er erreicht die Jungs in ihrer Heimat und da sie wie alle Jungs große James Bond Fans sind, sagen sie sofort zu. Aber die Begeisterung hält nicht lange an, denn John Barry nimmt die Neulinge überhaupt nicht ernst. Und er zieht erst einmal kräftig über Duran Duran her. Als er dann auch noch ein paar schlechte Witze reißt, ist die Stimmung im Studio ruiniert.

Auch musikalisch hat man sich nicht viel zu sagen, trotzdem geht Broccolis Rechnung auf und "The Living Daylights" wird ein Hit. Nur Barry tritt noch einmal nach, indem er die Jungs mit der Hitlerjugend vergleicht und ihre Zusammenarbeit als Tischtennis-Match mit 4 Bällen beschreibt. Danach quittiert er seinen Dienst für 007 und komponiert nie wieder einen Soundtrack für James Bond.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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