The Move (Quelle: imago/ZUMA/Keystone)
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- The Move – Flowers in the Rain

Warum die Band The Move bis heute die Tantiemen für ihren Song "Flowers in the rain" an wohltätige Zwecke abführen muss.

Ein Lied über Blumen ist überfällig
Es läuft gut für Roy Wood und seine Band, The Move. Aber mit einem Manager könnten sie noch erfolgreicher sein. Roy schaut sich in London um und trifft auf Tony Secunda, der Moody Blues und Procol Harum unter seinen Fittichen hat. Der Mann ist so selbstbewusst, dass sich die Jungs aus Birmingham ganz mickrig fühlen, so beeindruckt sind sie von Secundas Heldentaten.

Auf ihrer letzten Single "I Can Hear the Gras grow" konnte Roy Wood das Gras wachsen hören …also ist ein Lied über Blumen quasi überfällig. Roy erfindet einen magischen Garten, den er hegt und pflegt, bis sein grüner Daumen die Pflanzen sogar reden lässt.

Der neue Manager schickt den Song "Flowers in the Rain" zur BBC, wo man gerade über die Musik für das neue Jugendprogramm Radio 1 entscheidet.

Beim Sendestart am 30. September 1967 regiert das Chaos, die Singles liegen ungeordnet in Stapeln auf dem Boden. Als Moderator Tony Blackburn pünktlich um 7 Uhr auf Sendung geht, greift er wahllos in den Stapel. Zufällig ist es "Flowers in the Rain" von The Move.

Der Schaden ist irreparabel
Damit ist der Weg in die Charts geebnet, bis auf Platz 2 prescht der Titel vor. Doch das ist dem ehrgeizigen Manager noch nicht genug. Er verbreitet Postkarten, auf denen eine Karikatur des nackten Premierministers im Bett mit seiner Sekretärin Marcia Williams zu sehen ist.

Ein Skandal! Der konservative Premierminister Harold Wilson wacht sorgsam über sein blütenreines Image, zerrt die Band vor Gericht, obwohl sie mit der Herstellung der Postkarte überhaupt nichts zu tun hat.

Am 11. Oktober 1967 entscheidet der Richter zugunsten des Premierministers, verurteilt die Band, sämtliche Tantiemen an wohltätige Zwecke zu spenden, und zwar für immer! Roy Wood tobt vor Wut, denn sie baden nicht gerade im Geld. Roy feuert den Manager, aber der Schaden ist irreparabel.

Bis heute, 22 Jahre nach Harold Wilsons Tod, fließen die Tantiemen von "Flowers in the Rain" an wohltätige Institutionen.  

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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