Strandbad Müggelsee; Foto: radioBERLIN/Miriam Keuter
Bild: radioBERLIN/Miriam Keuter

- Strandbad Müggelsee

Die „Riviera des Ostens“rottet vor sich hin. Modernisiert wurde die aus den 30er Jahren stammende Bausubtanz zuletzt in den 70er Jahren. Gastronomie und Strandgebäude stehen leer.

Seit Jahrzehnten verfällt die Anlage, Fassaden und Treppen bröckeln, Wasserschäden wegen defekter Leitungen verschlimmern die Lage noch.

Alle Sanierungsversuche scheiterten. Zwar ist das Strandbad zugänglich, es gibt aber keinen offiziellen Badebetrieb. Der Badebetrieb soll weiterhin kostenfrei möglich sein, die Gebäude würden dann privatisiert und zwar über einen Erbpachtvertrag, dh. einen Vertrag, der den Investor auf 40 Jahre festlegt.

Ein Frage des Geldes
Das Land Berlin und der Bund haben angekündigt, je 4 Millionen für die Sanierung bereitzustellen. Das war 2015. Doch acht Millionen werden nicht reichen, sagt Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD). Die Baupreise sind gestiegen und der Zustand des Bades ist noch schlechter als gedacht. Wieviel Geld letzendlich zur Sanierung gebraucht werden, ist ungewiss. Zur Deckung der Finanzlücke habe Igel bereits mit der Wirtschaftssenatorin gesprochen. Dort habe man signalisiert, es gebe wohl Geld aus der Wirtschaftsförderung. Zur Zeit muss der Bezirk über 100.000 Euro jählich allein für die 'instandhaltung ausgeben.

Strandbad Müggelsee; Foto: radioBERLIN/Miriam Keuter

Pläne

Auf jeden Fall soll der Eintritt frei bleiben, sagt Bezirksbürgermeister Igel. Man möchte die Freitreppe abreißen und nach Originalplänen wieder aufbauen. Das Terrassengebäude soll mit Kiosken, Läden und Restaurants wieder touristischer Anziehungspunkt werden. Auch die benachbarte Sauna soll wieder aufleben.

Der Bezirk plant, nach der Sanierung das Strandbad-Gebäude selbst oder durch Externe an Händler und Gastronomen zu vermieten oder zu verpachten.

Kritik

Der Verein „Bürger für Rahnsdorf“, der das Strandbad ehrenamtlich mit betreibt und für Besucher kostenlos offen hält kritisiert, es fehle ein vernünftiger Wirtschaftsplan um die Gebäude nach der Sanierung betreiben zu können.

Streit gab es auch um den Abriss des sogenannten „Würfels“ 2017. In den 70ern war er Disco und Gaststätte, er stand allerdings nicht unter Denkmalschutz.