Alte Mälzerei Lichtenrade (Foto: Wikimedia / Migra / CC)
Bild: Wikimedia / Migra / CC

- Alte Mälzerei in Lichtenrade

Seit ca. 20 Jahren steht die Mälzerei leer. Im Jahr 2010 wollte hier ein Großinvestor eine Shopping Mall errichten. Die Anwohner wehrten sich aber mit Erfolg dagegen.

In den Jahren 1897/1898 wurde das Gebäudeensemble, bestehend aus einem Gebäude mit Darrentrakt, Lagerböden und Keimanlage, sowie ein Kessel- und Maschinenhaus, sowie Nebengebäude errichtet.

Es handelt sich um einen fünfgeschossiger Backsteinbau mit hohen Giebeln im Stile der Neorenaissance.

Ende 19. Jahrhundert stieg die Nachfrage an Bier in Berlin, die Anlage in Lichtenrade sollte den steigenden Bedarf decken. Sie wurde extra etwas außerhalb des Ortskerns Schöneberg errichtet, um die Schöneberger nicht mit dem starken Geruch zu belästigen.

Beliefert wurde die Mälzerei per Eisenbahn über einen Industrieanschluss vom Bahnhof Lichtenrade aus, der Abtransport zu den Brauhäusern erfolgte mit Pferdefuhrwerken. Pro Tag erreichten 28 Güterwagen mit Braugerste die Mälzerei, jährlich produzierte sie 60.000 Zentner Malz.

Im Jahr 1933 beschlagnahmte die deutsche Wehrmacht das Haupthaus, das sie schließlich bis 1945 als Lebensmittellager nutzte. In der Zeit des Kalten Krieges lagerte hier ein Teil der West-Berliner Senatsreserve.

Das Gebäude steht seit 1984 unter Denkmalschutz, genauso wie das benachbarte Landhaus Buhr. Seit ca. 20 Jahren steht die Mälzerei und das benachbarte Landhaus Buhr größtenteils leer. Im Jahr 2010 wollte Großinvestor Harald Huth rund um die Alte Mälzerei eine Shopping Mall errichten, dagegen haben sich aber die Lichtenrader Bürger erfolgreich gewehrt.

Heute gehört die Alte Mälzerei gehört einem privaten Eigentümer. Sie soll zusammen mit Landhaus Buhr und Bahnhofstraße langfristig wiederbelebt werden als neues Zentrum für Lichtenrade. Der Bezirk stellt sich vor: im Erdgeschoss Handel, oben Wohnen, passende Bebauung drumherum.

Adresse
Steinstraße (Lichtenrade)

Stand: 07.01.2016