Unter einen Wasserhahn werden mehrere Hundert-Euro-Scheine gehalten (Foto: imago/schöning)
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- Warum wir kein (kaltes) Wasser sparen müssen

115 Liter Wasser verbraucht der Berliner im Schnitt täglich. Klingt viel, ist es aber nicht. Denn seit Jahren verbrauchen wir kontinuierlich weniger Wasser.

Dabei ist Deutschland ein wasserreiches Land. Verschwenden sollten wir es nicht, sparen müssen wir daran aber auch nicht.

Zu viel Wassersparen kann den Wasserpreis steigen lassen.

Unsere Wasseraufbereitungsanlagen sind vor Jahrzehnten gebaut worden. Damals gingen die Verantwortlichen davon aus, dass wir in Zukunft immer mehr Wasser verbrauchen. Auf diese künftigen Dimensionen hin wurden die Anlagen gebaut. Große Anlagen bedeuten hohe Betriebskosten. In der Realität sinkt unser Wasserverbrauch aber seit Jahren.

Weniger Wasser heißt aber auch weniger Einnahmen für die Betreiber. Die hohen Betriebskosten der Anlagen bleiben. Um diese Kosten zu stemmen, müssen die Betreiber auch mal die Wasserpreise anheben.

Ein geringer Wasserverbrauch kann noch weitere Kosten nach sich ziehen: Fließt das Wasser mit zu wenig Druck durch die Kanäle, werden Verschmutzungen nicht richtig abgetragen, es können sich Keime bilden. Die Rohre müssen extra gespült werden.

Wenn sparen, dann warmes Wasser

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass 12 Prozent des Gesamtenergiebedarfs eines Haushalts auf das Warmwasser fallen. Das Aufheizen ist ein Energiefresser.  Und das belastet Klima UND Haushaltskasse. Laut Berliner Wasserbetriebe verbrauchen wir 40 Prozent unseres täglichen Wassers für die Körperpflege. Ein Vollbad in der Wanne verbraucht rund 200 Liter warmes Wasser und kostet so zwischen drei und vier Euro. Zehn Minuten Duschen kostet nur die Hälfte. Sparsame Duschköpfe sparen zusätzlich nochmal ordentlich Wasser.

Lieber mehr kaltes Leitungswasser verbrauchen

Das Berliner Trinkwasser hat eine hervorragende Qualität. Aus Geld- UND aus Klimagründen ist es sinnvoll, Wasser aus der Leitung statt Mineralwasser zu trinken. Der Energieaufwand für Flaschen-Mineralwasser ist bis zu 1000-mal höher als für die gleiche Menge Leitungswasser.

Verwenden Sie so wenig wie möglich an chemischen Reinigungsmitteln. Wenn Sie zum Beispiel ihr Spülbecken putzen, sparen sie lieber am Reiniger und spülen lieber öfter kaltes Wasser nach. Die Umwelt dankt es.

Beim Händewaschen verschwinden Schmutz und Bakterien auch mit kaltem Wasser und etwas Seife. Es dauert nur weniger Sekunden länger als mit warmen Wasser bis sich der Schmutz löst, spart aber viel Energie. 

Beitrag von Silja Sodtke; radioBERLIN 88,8-Verbraucherexpertin