Karsten Brensing: Das Mysterium der Tiere. Cover mit Bären; Foto: Aufbau-Verlag
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Karsten Brensing - Das Mysterium der Tiere - Was sie denken, was sie fühlen

Delfine rufen sich beim Namen, und Orcas leben in einer über 700 000 Jahre alten Kultur. Entenküken bestehen komplizierte Tests zum abstrakten Denken, und Schnecken drehen freiwillig Fitnessrunden im Hamsterrad. Hunde bestrafen Unehrlichkeit, doch können vergeben, wenn man sich entschuldigt.

Tiere können strategisch und abstrakt denken. Das wurde ja früher von der Wissenschaft komplett bestritten, Tiere denken nicht, sie können sich nicht erinnern, sie verknüpfen Ereignisse nicht miteinander - das war die Lehrmeinung., Allerdings hat schon früher jeder Katzenbesitzer widersprochen, wenn ihn seine Mieze mal wieder um die Pfote gewickelt hatte.

Nicht nur der Waschbär wäscht
Hier also gibt es wissenschaftlich fundierte Beispiele dafür, wie klug Tiere sein können., Zum Beispiel Krähen, die in der Lage sind, komplizierte Analogien auf Spielkarten zu entdecken, Aufgaben, wie wir sie in Intelligenztests finden: Welche Karte passt nicht in diese Reihe? Das ist oft gar nicht leicht, der Autor Karsten Brensing hat es selbst probiert und er war erst beim vierten Beispiel so schnell wie die Krähe in einem Video, das man sich im Netz auch ansehen kann. Es gibt ein Foto im Buch, da wäscht ein Orang Utan Wäsche ... 

Zuschauen und lernen
Wissenschaftlich nennt man das "soziales Lernen durch Imitation", klingt hochtrabend, ist aber ja auch nichts anderes als beim Menschen. Kleine Menschen gucken, was die Große so machen, dann machen sie es nach. Allerdings: Bei Menschen geht das, mehr oder weniger, ein Leben lang, bei Tieren nicht. Singvögel zum Beispiel die können in frühester Jugend neue Melodien lernen und irgendwann ist dann Schluss, dann singen sie immer dasselbe. 

Lifestyle und Sex
Es gibt als mehr Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier, als man erwarten würde, entsprechend lesen sich auch die Kapitelüberschriften. Es geht um Musik und Mode, um guten Geschmack und Lifestyle, um Körpersprache und Spaßgesellschaft - und um Sex. Und darum, dass es bei Tieren sogar den Ödipuskomplex gibt und Krieg und Totenkult. 

Wird alles gut belegt - aber man kann es trotzdem wie ein Geschichtenbuch lesen, es ist locker geschrieben, oft witzig - und sehr sehr oft total verblüffend - wir sollten uns auf den Titel "Krone der Schöpfung" nicht allzuviel einbilden. Sehr unterhaltsames Buch für Tier- und Menschenfreunde.

Beitrag von Monika Burghard

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