Der Sänger weird_al_yankovic (Quelle: imago-stock)
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- Weird al Yankovic - Fat

Dies ist die Geschichte eines Überfliegers, der manche ein wenig verärgert, viele unterhält und die meisten richtig zum Lachen bringt.

In der Schule ist Al der Überflieger, der mit seinen Einser-Zeugnissen ganze Klassen überspringt. Aber wer jetzt an einen Streber denkt, liegt völlig daneben: Er ist ein beliebter Klassenclown. Auch an der Uni ist Alfred ständig unterfordert und so tobt er sich als DJ beim Uniradio aus.

Die Kommilitonen hängen wie gebannt am Radio, wenn er seine Späße macht. Sie nennen ihn "Weird Al", das fortan auch sein Name sein wird, der schräge Weird Al Yankovic.

Aus Sharona wird die Fleischwurst

Ein Hit damals ist "My Sharona" von The Knack. Ständig muss Al das Ding dudeln, bis der Song ihm aus den Ohren heraus kommt. Also schnappt sich Al während einer Sendung sein Akkordeon und macht eine Witz-Nummer daraus. Aus der angebeteten Sharona wird eine amerikanische Fleischwurst namens Bologna.

Als Knack Sänger Doug Fieger die Persiflage hört, muss der lauthals lachen. Begeistert überredet er seine Plattenfirma, die "Fleischwurst" zu veröffentlichen. Plötzlich hat der unbekannte Uni-DJ seine erste Single und einen Plattenvertrag dazu.

Vor jeder Parodie fragt Al

Al schmeißt sein Architekturstudium und baut künftig auf den Comedy-Markt. Obwohl es die amerikanische Gesetzgebung gestattet, ungefragt Parodien von Popsongs zu veröffentlichen, hat der frischgebackene Komiker mit serbischen Wurzeln keine Lust auf Streitigkeiten mit der Pop-Prominenz. Höflich fragt er seine "Opfer", ob sie eine Parodie erlauben.

So hat er es dann auch bei Michael Jackson vor. Al hat eine kleine, bösartige Idee auf Lager für den Hit "Beat it". 1984 schreibt er Michael Jackson einen Brief und glaubt nicht, jemals eine Antwort zu bekommen, schließlich ist Jackson gerade der erfolgreichste Künstler überhaupt. Aber ausgerechnet der King Of Pop outet sich als Yankovic-Fan, gibt amüsiert seine Erlaubnis. Aus "Beat it" wird "Eat it".

Michael ist ein Fan

Michael ist der erste Superstar, der seinen Segen gibt und künftig kann Al gut argumentieren, wenn sich ein Superstar ziert, süffisant merkt er dann an, Michael Jackson hatte kein Problem damit, das überzeugt dann die meisten. Da das so reibungslos geklappt hat, schnappt sich Al vier Jahre später seinen Hit "Bad".

Auch gegen diese Parodie hat der King of Pop nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Al darf sogar die Originalkulissen vom Bad-Video benutzen. Al zieht sich einen Fat-Suit über und tanzt sich im Jackson-Stil mit einem leicht verunglückten Moonwalk durch das Video.

Der Veralberung folgt Wertschätzung

Michael revanchiert sich, in dem er Weird Al Yankovic für sein eigenes Video zu "Liberian Girl" als Statist engagiert. Aber eine Einschränkung gibt es doch in der gegenseitigen Bewunderung: An "Black Or White" darf sich Al nicht vergreifen, die Botschaft ist Michael zu wichtig, um veralbert zu werden. Heute weiß jeder Popstar, dass er es geschafft hat, wenn er Post von Al bekommt. Kriegt ein Musiker keine Anfrage von Al, ist er fast beleidigt.

Einer der wenigen, die nicht ihr Einverständnis gegeben haben, ist Paul McCartney. Als Weird Al aus seinen James Bond Song „Live And Let Die“ „Chicken Pot Pie“ macht, geht der Vegetarier auf die Barrikaden, obwohl Al Yankovic ebenfalls keine Tiere isst.

Beitrag von Bettina Exner / Jürgen Jürgens