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- Ultravox – Vienna

Wie der britischen Band Ultravox mit einem morbiden, düsteren und viel zu langen Song der Durchbruch gelingt

Peer Gynt
Die Jungs von Ultravox sind arrogante Schnösel. Das finden sie sogar selber. Dabei haben sie keinen Grund für den Hochmut, denn erst verabschiedet sich der Leadsänger, dann das Management und die Plattenfirma setzt sie wegen Erfolglosigkeit vor die Tür.

Mit dem neuen Leadsänger Midge Ure kratzen sie im Januar 1980 das letzte Geld für ein billiges Tonstudio zusammen, in dem die Heizung nicht funktioniert und der fleckige Teppich müffelt. Dort tobt sich der klassisch ausgebildete Billy Currie aus; er komponiert eine komplizierte Melodie, die stark an die großen Komponisten der Romantik erinnert.

Midge Ure wundert sich, in was für eine versponnene Band er da geraten ist. Von Grieg oder Elgar hat der gelernte Schlosser noch nie gehört und als man ihm "Peer Gynt" vorspielt, meint er achselzuckend: "Das bedeutet mir gar nichts". Da wird ihr deutscher Produzent Conny Plank hellhörig. "Sing das mal", fordert er Midge auf.


Zu lang, zu düster, zu österreichisch
Um  die Zeile "It means nothing to me" herum komponieren sie ein elegantes Lied über eine verlorene Liebe in Wien. Es klingt wie der Soundtrack für einen nie gedrehten Film noir.

Das Video entsteht an einem kalten Februartag in Wien und es erinnert an den Kultfilm "Der dritte Mann". Anfangs weigert sich die Plattenfirma, "Vienna" überhaupt als Single zu veröffentlichen: zu lang, zu düster, zu österreichisch.

Doch als der Song ein Hit wird, ändert man blitzschnell seine Meinung und verlangt nach Titeln über die Städte Paris und Berlin! Aber die Jungs von Ultravox denken ja gar nicht daran und so bleibt "Vienna" ihre einzige Hymne auf eine morbide, unvergleichliche Stadt!

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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