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- Marius Müller-Westernhagen – Wieder hier

Warum Westernhagen sein Album "Radio Maria" nennt.

Der "Armani Rocker"
Die Stadion-Tournee zum Album "Affentheater" wird für Marius-Müller Westerhagen zum Programm. "Armani Rocker" nennt ihn die Presse und wenn er im Maßanzug seine Garderobe verlässt, lästert die Band: "Jetzt geht er wieder zur Arbeit".

Ausgepowert und erschöpft zieht sich Marius 1996 mit seiner Frau in sein Landhaus in Umbrien zurück. Eigentlich wollen sie nur relaxen und die Gegend genießen. Aber nach einer Weile des Nichtstuns kommen ihm immer mal wieder Songideen.

Er lädt seine Musiker nach Italien ein und spielt ihnen vor, was er hat. Plötzlich hört er fremde Stimmen auf dem Band, und die anderen hören sie auch. Dabei war Marius bei der Aufnahme ganz allein im Studio.

Des Rätsels Lösung ist der katholische Sender Radio Maria, der Gebete von Gläubigen in die Studio-Anlage einstreute.

Trotz Protest an die Spitze der Charts
Radio Maria wurde 1983 gegründet und hat überall in Italien Ableger, auch in Umbrien in der Nähe von Westerhagens Anwesen. Kritiker bezeichnen Radio Maria als Sender des Mittelalters, aber für Marius sind die Gebete auf seinem Band ein Zeichen, dass er mit seinen neuen Songs, in denen es um Glauben, Götter und gefallene Engel geht, auf dem richtigen Weg ist.

"Radio Maria" nennt er also sein Album. Als die Single "Jesus" herauskommt, geht die Kirche auf die Barrikaden und viele Radiosender spielen den vermeintlich gotteslästerlichen Titel nicht.

Dem Erfolg des Albums tut das jedoch keinen Abbruch. "Radio Maria" führt die Charts an und 1999 folgt eine Stadion-Tournee von "wagnerianischen" Ausmaßen.

"Ich bin wieder hier, in meinem Revier" singt Marius und seine Reviere sind die großen Arenen. Erst am 19. Juni 1999 vor 100.000 Fans in Hamburg verabschiedet er sich von den ganz großen Bühnen, um sein Image als "Armani Rocker" abzustreifen.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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