Die Scorpions (Quelle: imago/Winfried Mausolf)
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- The Scorpions – Wind of Change

Erzählsatz: Wie es den Scorpions gelang, die international erfolgreichste deutsche Band zu werden.

Fuchsjagd-Proteste
Ernst nimmt man die Scorpions nicht. In den Siebzigern kommen amtliche Rockbands aus Amerika oder England, aber doch nicht aus Hannover. Klaus Meine schreibt englische Texte, obwohl er als ehemaliger Kurierfahrer nur rudimentäre Englisch-Kenntnisse hat.

Aber deutsche Songs sind keine Option - die Scorpions wollen was von der Welt sehen und auch im Ausland Konzerte geben. 1975 allerdings nach Konzerten im Vorprogramm von Sweet machen sie eine Ausnahme.

Unter dem Pseudonym "The Hunters" nehmen sie mit "Fuchs geh voran" eine Coverversion des Sweet-Songs "Fox On The Run" auf, um gegen die Fuchsjagd zu protestieren.


Auf Augenhöhe mit Aerosmith und AC/DC
Die Skorpione retten zwar ein paar Füchse – aber nicht ihre Karriere in Deutschland. Hier lästert man über Klaus Meines' Akzent und steckt sie in die Krautrock-Schublade. "Die neue Scorpions-Platte ist draußen, mein Schreibtisch wackelt, da kann man die gut drunter schieben, dafür ist sie gut genug", liest man in der angesagten Musikzeitschrift "Sounds".

Klaus Meine tobt, er packt seine Band in den Tour-Bus und ab geht‘s nach Belgien, Frankreich und England, wo man sich nicht über sie lustig macht. In London erspielen sich die Scorpions schnell eine Fangemeinde, 1979 steht Amerika auf dem Plan und plötzlich befinden sich die Jungs aus Hannover auf Augenhöhe mit Aerosmith und AC/DC.

Klaus Meines Akzent finden die amerikanischen Hardrockfans exotisch und unverwechselbar. Ihre Alben gehen in die Charts, die Hallen werden größer, die Tourneen länger und plötzlich holt man sie auch in Deutschland aus der Krautrock-Ecke raus… Und dass sie aus Hannover kommen, ist gar nicht mehr so schlimm. Klaus Meine triumphiert, er gibt aber auch zu, dass gerade die Häme der Musikpresse die Skorpione angestachelt hat.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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