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- The Rolling Stones - Miss You

Wie die Stones ihren ersten Disco-Song schreiben.

Vom Aussterben bedrohte Dinosaurier
Mitte der Siebziger wird es ungemütlich für die Rolling Stones. Der verheiratete Mick Jagger wird beim Fremdgehen mit Jerry Hall und Keith Richards mit Heroin erwischt. Hämisch berichtet die Presse über den öffentlichen Rosenkrieg der Jaggers und Richards bevorstehenden Prozess.

Ihm droht eine jahrelange Gefängnisstrafe, was das Ende der Rolling Stones bedeuten würde. Aber für die Musikpresse sind die Rolling Stones in Zeiten von Disco und Punk sowieso vom Aussterben bedrohte Dinosaurier.

1976 gastieren sie in München. Besonders Mick und Charlie sind große Disco-Fans, nach dem Konzert ziehen sie ins "Tiffany". "Nach unserer Musik würde hier niemand tanzen", raunt Jagger seinem Schlagzeuger zu.

Später an der Hotelbar gehen sie Keith auf die Nerven, indem sie lauthals "Y.M.C.A." von den Village People singen. Der Barkeeper erzählt ihnen eine Menge über Giorgio Moroder, der mit Donna Summer den sogenannten "Municsound" erfand.

Mehr Disco-Rhythmus braucht die Welt!
Während einer Session mit dem Keyboarder Billy Preston komponiert Jagger die erste Fassung von "Miss You". Im Tonstudio in Paris probiert Bassist Bill Wyman den stampfenden Rhythmus aus, den ihm Billy Preston gezeigt hat. Keith findet es grauenvoll, aber angesichts der drohenden Inhaftierung hat er andere Sorgen.

Bill Wyman verbringt ganze Nächte in den Clubs von Paris, um sich mit dem Disco-Rhythmus vertraut zu machen – und Mick Jagger singt ständig den Song "Lady Bump" von Penny McLean. Obwohl die grundlegende Idee von Billy Preston stammt, die Bill Wyman lediglich fortgeführt hat, werden Jagger und Richards als Urheber genannt.

Als "Miss you" die Nummer 1 der Billboard Charts wird, haben die Rolling Stones bewiesen, dass sie keine aussterbenden Rock-Dinos sind. Und Ende gut, alles gut: Nach diesem Erfolg lässt das Kanadische Gericht Milde walten und spricht Keith Richards frei -  gegen ein Benefizkonzert auf einem Festival für blinde Menschen.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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