Terence Trent D'Arby (Quelle: imago/BRIGANI-ART)
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- Terence Trent D’Arby – Wishing Well

Wie aus Terence Trent d’Arby ein Student, ein Fahnenflüchtiger und für eine gewisse Zeit ein erfolgreicher Sänger wird.

Boyband statt Kirchenchor
Was passiert, wenn ein Reverend und eine Gospelsängerin einen Sohn bekommen? Der landet unweigerlich im Kirchenchor! Der kleine Terence kennt nur Kirchenlieder. Sein bester Freund hat es da besser, denn dessen Mutter bringt ihrem Sohn jede Woche eine neue Single mit.

Beim nächsten Besuch von Terence dreht sich "I Want You Back" von den Jackson 5 auf dem Plattenteller und er ist völlig aus dem Häuschen. Mit diesem Song öffnet sich eine völlig neue Welt für Terence und lässt ihn nie wieder los.

Aber erstmal studiert er Journalistik, singt abends in einer Band und boxt in einem Amateurclub, wo man ihn für die US-Army entdeckt. Terence verpflichtet sich für drei Jahre und wird nach Deutschland geschickt.

Er landet genau in dem Regiment in Friedberg, in dem einst Elvis Presley diente. Es ist ein Wink des Schicksals, und der Junge gründet die Band Torch, mit der er in der Freizeit die Jugendclubs unsicher macht.

Endlich kommt der ersehnte Plattenvertrag

Eines Abends bekommt er keine Ausgeherlaubnis. Über die setzt er sich hinweg. Wegen Fahnenflucht wird er unehrenhaft entlassen und versucht sich drei Jahre in Deutschland über Wasser zu halten. Aber eine Karriere als Musiker ist in weiter Ferne; er versucht sein Glück in England.

In seinem winzigen Zimmer wacht er eines Morgens auf, er ist fast noch im Halbschlaf, als die Worte "Wishing Well" durch seinen Kopf geistern. Hat er von einem Wunschbrunnen geträumt? Er erinnert sich nicht, schreibt aber in 10 Minuten einen gleichnamigen Song, der ihm endlich den ersehnten Plattenvertrag einbringt.

Mit Martyn Ware von Heaven 17 als Produzent geht "Wishing Well" durch die Decke und steht am 7. Mai 1988 an der Spitze der amerikanischen Top Ten. Mit Terence Trent d’Arby hält der Soul Einzug in die Charts der 80er - zumindest für kurze Zeit.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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