T'Pau; Foto: imago/Joel Goodman
Bild: imago/Joel Goodman

- T`Pau - China in your Hand

Was der größte Hit der Band T'Pau mit Frankenstein und chinesischem Porzellan zu tun hat.

Vor 30 Jahren eroberte eine Newcomer-Band mit seltsamem Namen die britischen LP- und Singlecharts. Die Glienicker Brücke inspirierte die Songschreiberin zu dem Albumtitel „Bridge of Spies“ und schildert den letzten Austausch der Spione 1986 im Kalten Krieg. Der Bandname T'Pau stammt aus einer Kultserie und die Single hat mit Frankenstein und chinesischem Porzellan zu tun.

Star Trek und Frankenstein
1986 sind Carol und Ronnie frisch verliebt - und knapp bei Kasse. Deshalb greifen sie zu, als man ihnen eine preiswerte Einliegerwohnung in einem Segelclub anbietet. Es ist ein idyllischer Ort am Fluss Severn in Shrewsbury, wo es keine Nachbarn gibt, so dass die beiden bis spät in die Nacht ihre Songs aufnehmen und im Clubhaus bei Feiern testen können. Nach einer Figur aus „Star Trek“ nennen sie sich T'Pau.

Da die Wohnung keine Heizung hat, schleppt Ronnies Mutter Daunendecken und ein chinesisches Teeservice an, denn der Winter ist lausig kalt. Dick eingemummelt schaut sich Carol eines Abends eine Dokumentation über Mary Shelley und die Entstehung von „Frankenstein“ an. Carol ist beeindruckt und notiert danach, dass man sich genau überlegen solle, was man sich wünscht, denn es könnte in Erfüllung gehen. Mary Shelley war selbst erschrocken über das Monstrum, das sie mit 21 im Jahre 1818 literarisch erschaffen hat.

Zerbrechliche Träume
Während Carol vorsichtig die zarten Porzellantassen abwäscht, denkt sie über das neue Lied nach. Sie hält eine Tasse gegen das Licht, um auf dem Grund noch ein paar Teekrümel zu entfernen. Das Porzellan ist so hauchdünn, dass ihre Hand durchscheint. Und sie macht noch eine Entdeckung - auf dem Grund der Tasse: das fein geschnittene Gesicht einer Chinesin.
„China In Your Hand“ schreibt sie sich auf. Es wird der Titel ihres neuen Songs über Mary Shelley und zerbrechliche Träume, die dennoch wahr werden können.

Bryan Adams gratuliert
Ein Jahr später sind T'Pau im Vorprogramm von Bryan Adams in Deutschland unterwegs, als ihnen Backstage jemand zum ersten Nummer 1-Hit in England gratuliert. Die Band jubelt so laut, dass Bryan Adams aus seiner Garderobe kommt – etwas missmutig, denn vor Auftritten braucht er absolute Ruhe; jeder in seinem Umfeld weiß das, nur Carol Decker nicht. Aber Adams freut sich mit ihnen und nach dem Konzert heißt es „Champagner für alle“.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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