Supertramp (Quelle: imago/ZUMA Press)
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- Supertramp – Goodbye Stranger

Wie Supertramp am Starrsinn ihrer beiden musikalischen Köpfe zerbrechen.

Es fliegen die Fetzen
Eigentlich können Roger Hodgson und Rick Davies zuversichtlich nach vorne schauen. Nach 9 mühsamen Jahren steht der internationale Durchbruch von Supertramp unmittelbar bevor. Das letzte Album war schon Nummer 1 in Kanada, auch in Deutschland mag man die Band.

Aber die beiden Songwriter haben sich nicht mehr viel zu sagen, nur in einem Punkt sind sie sich einig: Das neue Album muss poppiger werden. Sagt auch die Plattenfirma.

Schon seit Jahren schreiben Rick und Roger die Lieder getrennt voneinander. Rick werkelt meist mit der Band, Roger komponiert seine Lieder alleine zuhause. Wenn sie sich dann zu den Aufnahmen treffen, fliegen nach 5 Minuten schon wieder die Fetzen.

Missverständnisse ohne Ende

Die beiden können einfach nicht miteinander kommunizieren, ohne sich gründlich misszuverstehen. Roger ist Rick eigentlich immer fremd geblieben. Darüber macht sich Rick Davies Gedanken, während er "Goodbye Stranger" schreibt.

Ihre Zwistigkeiten fingen schon 1972 an, als Roger Hodgson ihn überreden wollte, Marihuana zu rauchen, um sein Bewusstsein zu erweitern. In Insiderkreisen nennt man die Droge übrigens "Mary Jane", wie Janis Joplin schon 1965 wusste. Rick aber hat das nicht nötig. Dennoch verarbeitet er auch diese Episode in seinem Song.

Trotz der Spannungen bringt das Album "Breakfast In America" der Band den internationalen Durchbruch. Aber der Erfolg ändert nichts an den Missverständnissen der beiden Alpha-Tiere, die 8 Jahre später zur Auflösung von Supertramp führen.

 

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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