Sting beim Konzert 2000; Quelle: imago-stock
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- Sting - Moon Over Bourbon Street

Gordon Matthew Sumner, kurz als Sting bekannt, kehrt geschafft vom Police-Konzert in New Orleans in sein Hotel im berühmten French Quartier zurück. Irgendwie muss er jetzt zur Ruhe kommen, also schnappt er sich das Buch, das er grade geschenkt bekommen hat: "Gespräch mit einem Vampir" von Ann Rice. In dieser Vollmondnacht lässt ihn das Buch nicht mehr los, er liest es in einem Stück durch.

Es ist gar nicht so sehr die Hauptfigur, der Vampir Lestat, der ihn interessiert, obwohl einige Menschen behaupten, die Schriftstellerin Anne Rice habe den Musiker Sting im Kopf gehabt, als sie ihre Vampir-Chroniken schrieb, im zweiten Band will der eitle Lestat nämlich Rockstar werden. Aber Stings Sympathie gehört einem Vampir wider Willen: Louis, der aus Versehen zum Blutsauger wird und fürchterliche Skrupel hat, andere Menschen zu töten, um selbst zu leben. Sting schaut aus dem Fenster, die Bourbon-Street ist jetzt menschenleer und der Mond taucht die Straße in ein gespenstisches Licht. Vor seinem geistigen Auge sieht er Jung-Vampir Louis durch die Bourbon Street schleichen, getrieben von Hunger nach Blut und großen Schuldgefühlen. Sting schreibt seine Gedanken nieder und es entsteht „Moon Over Bourbon Street“, das aber erst einige Jahre später auf seinem ersten Solo-Album "The Dream Of The Blue Turtles" erscheint.

Im Film "Interview mit einem Vampir" spielt dann nicht Sting, sondern Tom Cruise den Vampir Lestat. River Phoenix, der die Rolle des jungen Vampirs Louis spielen soll, stirbt 1993 vor Drehbeginn und Christian Slater kann statt seiner überzeugen. Auch bei der Filmmusik geht Sting leer aus. Lestat schaltet im Film ein Autoradio ein, aus dem die Rolling Stones mit "Sympathy For The Devil" zu hören. Die eigens dafür aufgenommene Version von Guns ‚n’ Roses läuft im Abspann. Auch keine schlechte Wahl, aber nicht inspiriert von der Lektüre des Buches wie Stings "Moon Over Bourbon Street".

Beitrag von Bettina Exner / Jürgen Jürgens