Steve Winwood (Quelle: dpa-Bildfunk)
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- Steve Winwood – Valerie

Wie die talentierte Valerie Carter im Rockgeschäft untergeht und Steve Winwood ihr ein musikalisches Denkmal setzt

Raus in die große, weite Welt
Mitte der Siebziger stehen Valerie Carter alle Türen im amerikanischen Showbusiness offen. Mit 18 Jahren hatte sie ihr kleines Heimatstädtchen verlassen, um mit einem Cousin in New York zu leben.

Über eine Annonce in der "Village Voice" findet sich ein Job als singende Kellnerin. Valerie singt ihre kleinen Folksongs, zwischendurch serviert sie den Gästen das Essen. Das kleine "Landei" ist überwältigt von der Großstadt, trotzdem zieht es 8 Monate später weiter nach Kalifornien, wo Valerie in einer Kommune unterkommt.

Dort gründet sie eine Band, lernt ihren Manager Bob Cavallo kennen und bekommt quasi auf dem Silbertablett einen Record Deal serviert. Cavallo ist ein Schwergewicht in der Branche, hat Laura Nyro ebenso unter Vertrag wie Maurice White von Earth, Wind & Fire, die Lovin' Spoonful und Little Feet.

Zahlreiche Prominente Unterstützung

All diese erfolgreichen Musiker kümmern sich rührend um das Küken, durch sie lernt sie Jackson Browne und James Taylor kennen. 1973 macht Judy Collins aus Valeries Komposition "Cook With Honey" einen Hit.

Das Personal des ersten Albums liest sich wie ein "Who is Who" im Rock-Zirkus: George Lowell von Little Feet ist dabei, Linda Ronstadt, Maurice White, Jackson Browne spielt Gitarre und Piano, Jeff Porcaro von Toto trommelt.

James Taylor leiht seinen Keyboarder Billy Payne aus. Das Line Up des zweiten Albums ist mit Steve Lukather, Jeff und Steve Porcaro ebenso prominent besetzt.

Trotz Talent kein gutes Happy End
Trotz der liebevollen Unterstützung geht alles viel zu schnell für das junge Mädchen. Als sie mit den Eagles als Support durch Europa tourt, bekämpft sie das Lampenfieber mit Alkohol und Drogen.

Für die Plattenfirma ist Valerie Carter dadurch zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden. Der Vertrag wird nicht verlängert. Mit knapp 30 Jahren steht Valerie Carter wieder vor dem Nichts. Nur ein paar Freunde kümmern sich um sie.

Einer ist James Taylor, der ebenfalls mit Drogenproblemen kämpft und Valerie mit auf Tournee nimmt. Ein anderer ist Will Jennings, dem es unendlich Leid um das gestrauchelte Talent tut. Damit Valerie Carter nicht ganz in Vergessenheit gerät, komponiert er mit seinem Freund Steve Winwood ein Lied für sie: "Valerie".

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp