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- Santana – Evil Ways

Warum die Karriere des Carlos Santana mit einem besoffenen Musiker begann.

Die Ersatz-Band
Carlos Santana ist vier Jahre alt, als ihm sein Vater, ein Mariachi-Musiker, Geigenunterricht erteilt. Später bekommt er eine Jazz-Gitarre, die größer ist als er selbst. 1960 emigriert die Familie von Mexiko nach Kalifornien.

Carlos hält sich als Tellerwäscher über Wasser und spielt abends mit seiner Band in einem Bordell. Wenn er genug Geld zusammen hat, besucht er den angesagten Club "Fillmore West", wo Bands wie die Grateful Dead und Jeffferson Airplane auftreten.

Während einer Matinee ist der Musiker Paul Butterfield schon so zugedröhnt, dass an einen Auftritt später am Abend nicht zu denken ist. Club-Besitzer Bill Graham muss schnell eine Ersatz-Band zusammenstellen. Schüchtern hebt Carlos die Hand...


"No Rain"

Graham, als Wolfgang Grajonca 1931 in Berlin geboren und vor dem Holocaust nach Amerika geflohen, hat ein Herz für den jungen Emigranten, der sehr schlechtes Englisch spricht. Ohne ihn vorher je gehört zu haben, lässt er Carlos spielen und er bereut es nicht. Carlos, mal gerade 19 Jahre alt, verzaubert alle mit seinem Latino-Stil.

Von nun an kümmert sich Graham um Santanas Karriere und irgendwie schafft er es, die völlig unbekannte Band Santana beim Woodstock-Festival unterzubringen. Kurz vor ihrem Auftritt am Nachmittag gießt es in Strömen, die durchnässten Besucher singen lautstark "No Rain" im Chor.

Diesmal ist Paul Butterfield nüchtern, Carlos hingegen hat sich eine Portion LSD gegen das Lampenfieber gegönnt. Doch er hat die Wirkung unterschätzt, denn auf der Bühne fühlt sich seine Gitarre plötzlich an wie eine elektrische, sich in seinen Händen windende Schlange. Trotzdem spielt er alle Superstars an die Wand; die Songs "Soul Sacrifice" und "Evil Ways" zählen zu den Festival-Highlights und machen Santana mit einem Schlag berühmt. So berühmt, dass sogar Jimi Hendrix überlegt, bei ihnen einzusteigen, woraufhin Carlos befürchtet, künftig als Roadie arbeiten zu müssen.

Übrigens:
Der "No Rain" Gesang des Publikums wurde übrigens aufgezeichnet und Carlos Santana beginnt seine Konzerte regelmäßig mit der fast 50 Jahre alten Aufnahme.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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