Roger Waters (Quelle: imago/Juan Jo Martin)
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- Pink Floyd – Us and Them

Wie Pink Floyd aus einer abgelehnten Filmmusik einen Hit machen

Schluss mit den psychedelischen Aspekten des Seins
1969 braucht der Regisseur Michelangelo Antonioni Musik für seinen Film "Zabriskie Point", eine Hommage an die Flower-Power Bewegung. Er fragt bei Pink Floyd an – ausgerechnet, denn Roger Waters und Konsorten sind nicht gerade für ihre sanften Gemüter bekannt.

Der Keyboarder Rick Wright macht sich an die Arbeit und komponiert ein schönes Instrumental mit Jazz-Elementen, das mit den Hippies allerdings so gar nichts gemein hat. Dem Regisseur ist die Melodie auch viel zu traurig. Obwohl sie unzählige Kompositionen anbieten, finden nur drei den Weg auf den Soundtrack, die anderen landen in der Schublade.

Bisher hat sich Cheftexter Roger Waters um die psychedelischen Aspekte des Seins gekümmert, aber irgendwann hat das Quartett die Nase voll von ihren Symphonien für zugedröhnte Fans.


"The Dark Side of the Moon"
Im Dezember 1971 sitzen sie alle am Küchentisch bei Nick Mason zuhause und beratschlagen, wie sie das ändern können. Besonders dem Leadsänger David Gilmour missfällt das endlose "Rumgenudel" bei Konzerten, wenn sich die Musiker auf ihren Instrumenten endlosen Soli hingeben. Waters bringt die Idee auf den Tisch, sich der Realität zuzuwenden und über die wahren Probleme der Menschheit zu schreiben. Nach einem Satz von Mark Twain, laut dem jeder Mensch eine helle und eine dunkle Seite hat, nennen sie das neue Album "The Dark Side of the Moon".

Sie holen Rick Wrights abgelehnte Melodie aus der Kiste. Noch immer traumatisiert vom Tod seines Vaters im 2. Weltkrieg schreibt Roger Waters den Text "Us and Them" über die Ursachen und Folgen militärischer Konflikte. Der Plattenfirma ist das Stück zu depressiv, aber Pink Floyd lassen sich schon lange nicht mehr reinreden und das Album wird zu einem großen Erfolg.

Bis heute kaufen Fans jüngerer Generationen "The Dark Side of the Moon“, auch weil die von Waters beschriebenen Probleme der Menschheit noch immer aktuell sind. Eine Lösung der Konflikte ist auch 2018 nicht in Sicht, deshalb gibt Roger Waters seiner Solo-Tournee den Namen "Us +Them", nach dem 45 Jahre alten Lied, das anfangs keiner haben wollte.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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