Nina Simone (Quelle: imago/Philippe Gras)
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- Nina Simone – My Baby Just Cares For Me

Wie aus Enunice Waymon Nina Simone wird und warum sie trotz eines Millionenhits nicht reich wird.

Eine gute Ausbildung ist leider nicht alles...
Die 10-köpfige Familie Waymon in North Carolina ist gläubig, schwarz und arm, aber in ihrer Mitte gibt es ein Wunderkind. Die dreijährige Eunice spielt Klavier nach Gehör und gibt mit 12 ihr erstes Konzert. Stolz sitzen die Eltern in der ersten Reihe, bis eine weiße Familie die Plätze für sich beansprucht. Es ist Eunices erste Begegnung mit Rassismus und nicht die letzte.

Ihre Musiklehrerin sammelt Geld in der Gemeinde für die Ausbildung des talentierten Mädchens, 1950 darf sie an der berühmten "Julliard School of Music" in New York studieren, anschließend bewirbt sie sich für ein Stipendium am "Curtis Institue of Music" in Philadelphia.

Nach erfolgreichem Vorspielen zieht die Familie nach Philadelphia, aber der Traum platzt, als man sie dann doch ablehnt. Sie sei nicht gut genug, heißt es, aber Eunice glaubt, dass sie einfach nicht weiß genug ist.

Millionen verschenkt
Um private Klavierstunden zu finanzieren, nimmt sie einen Job in einem Nachtclub in der Spielerstadt Atlantic City an. Damit ihre Mama nicht mitbekommt, dass sie nun "Teufelszeug" spielt, ändert sie ihren Namen in Nina Simone. Niña hatte sie ihr mexikanischer Boyfriend genannt, Simone Signoret ist ihre Lieblingsschauspielerin.

Die Fangemeinde wird größer, obwohl Nina Simone immer wieder mit rassistischen Vorurteilen zu kämpfen hat.

In den Sechziger Jahren schließt sie sich der Bürgerrechtsbewegung an und wird deren musikalisches Sprachrohr. Ihr kämpferisches Naturell und letztlich auch ihre Hautfarbe verhindern die ganz große Karriere.

Erst als Chanel 1987 ihr Lied "My Baby Just Cares For Me" unter einen Werbespot des Parfüms Chanel No. 5 legt, entdeckt man die vergessene Musikerin neu. Der Song wird zum Welthit, Nina Simone hätte nun einen Millionenscheck bekommen, hätte sie damals die Rechte nicht für 3.000 Dollar verkaufen müssen.  

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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