Mungo Jerry (Quelle: imago/Horst Galuschka)
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- Mungo Jerry – In The Summertime

Wie in einer 10-minütigen Mittagspause der meistverkaufte Sommerhit aller Zeiten entsteht.

Der Junge mit den vielen Spitznamen
Ray Dorset ist klein, schwarz und pummelig, weshalb ihn seine Schulkameraden "Pudding" oder "Jumbo" nennen. Seine Familie nennt ihn Mungo Jerry, nach dem kleinen Gauner-Kater aus T.S. Eliots Gedichtband "Old Possum's Katzenbuch".

Der musikalische Ray findet alle Namen blöd, er wäre lieber cool wie Elvis. Doch cool wird er erst, als er sich fette Koteletten stehen lässt und in einer Band spielt. Nur der Spitzname klebt weiterhin an ihm. Tagsüber konzipiert er als Ingenieur neue Uhren bei Timex, abends macht er Musik.

Im Sommer 1968 könnte sein Leben nicht schöner sein, er liebt seinen Job, die Kollegen sind nett und die Auftritte verschaffen ihm jede Menge Dates mit den tollsten Mädchen. Darüber schreibt der 22-Jährige in einer seiner Mittagspausen einen Song.

Ein veritabler Sommerhit
Nicht im Traum hat Ray Dorset daran gedacht, je von der Musik leben zu können, aber nun hat er einen Plattenvertrag und eine feste Band namens...? Klar, Mungo Jerry. Und einen veritablen Sommerhit!

Schnell reicht er einen Urlaubsantrag ein, um bei "Top of the Pops" aufzutreten. Bei Timex herrscht eine strenge Hierarchie, die oberen Bosse haben nie Notiz von dem kleinen Angestellten genommen, aber plötzlich stehen sie Schlange für ein Autogramm.

Aus der ganzen Welt kommen Konzert-Anfragen und Ray Dorset wird klar, dass er sich entscheiden muss. Nachdem "In The Summertime" auf Platz 1 landet und Mungo Jerry bei einem Festival vor 35.000 Fans auftreten, reicht er die Kündigung ein.

An diesem Vormittag geht der Titel bis zur Mittagspause 100.000 Mal über die Ladentische und hat bis heute geschätzt 40 Millionen Exemplare verkauft. Nicht schlecht für ein Lied, das vor 50 Jahren innerhalb von 10 Minuten in der Mittagspause entstanden ist.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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