Mick Jagger (Quelle: imago/E-PRESS PHOTO.com)
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- Mick Jagger – Just Another Night

Wie Mick Jagger im Gerichtssaal die Jury und den Richter auf seine Seite ziehen kann.

Gerichtssaal oder Musikclub?
Nach 21 Jahren als die sog. "Glimmer Twins" gehen sich Keith Richards und Mick Jagger oft auf die Nerven. Z.B. 1983, als Mick sich weigert, mit den Stones auf die geplante "Undercover"-Tour zu gehen.

Insgeheim werkelt er nämlich an seinem ersten Solo-Album und Keith ist stinksauer, als er es erfährt. Es ist die größte Krise der Rolling Stones, die Keith zynisch als den dritten Weltkrieg, "World War III" nennt. Aber statt auf der Bühne findet sich Mick Jagger plötzlich im Gerichtssaal wieder.

Die erste Single, "Just Another Night", läuft im Radio, wo sie ein Jamaikaner namens Patrick Alley hört. Er hat einen gleichnamigen Song veröffentlicht, der läuft aber nirgendwo. Kurzerhand zerrt er Mick Jagger vor Gericht, obwohl die Melodien der Lieder völlig unterschiedlich sind. Der Gerichtssaal mit der 6-köpfigen Jury gleicht während der Beweisaufnahme einem Musikclub.

Keine Chance im direkten Vergleich
Zum Vergleich spielt ein Musikstudent beide Nummern auf dem Piano, Mick Jaggers Drummer Sly Dunbar wird dazu gebeten und Mick Jagger singt seinen Song. Die Jury klatscht Beifall, als Zugabe stimmt Mick "Jumpin' Jack Flash", "Brown Sugar" an und bei "Miss You" wippt sogar die Perücke des ehrwürdigen Richters im Takt.

Mick erläutert die Entstehung seines Liedes, und bittet die Anwälte beider Parteien, Passagen daraus vorzusingen. Gegen Jaggers Performance hat der Reggae Musiker ganz schlechte Karten, aber er beharrt weiterhin darauf, dass Jagger seinen Titel gestohlen hat.

Aber die Jury fällt das Urteil zu Mick Jaggers Gunsten. Gut gelaunt verteilt er am Ende Autogramme, während draußen seine Fans den Freispruch feiern. Alle sind froh, nur Keith Richards nicht. Verärgert bereitet er nun seinerseits ein Solo-Album vor.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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