Miami Sound Machine (Quelle: imago/ZUMA Press)
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- Miami Sound Machine – Conga

Wie Gloria Estefan zur Wegbereiterin späterer Latino-Stars wie Jennifer Lopez und Juanes wird.

Eine Frau für alle Fälle
Ende der 1970er Jahre stehen Gloria Fajardo Garcia alle Türen offen, was in Anbetracht ihrer Geschichte keine Selbstverständlichkeit ist. Sie war 16 Monate alt, als ihre Eltern die Heimat Kuba in Richtung Miami verlassen mussten. Der Vater war Leibwächter unter dem Diktator Batista und wurde nach der Revolution durch Fidel Castro verfolgt.

Die Garcias waren arm wie die Kirchenmäuse, aber Gloria entpuppt sich in der Schule als Überfliegerin. Sie studiert Psychologie, und weil sie das nicht auslastet, beginnt sie noch ein Kunststudium, besucht Sprachkurse und jobbt als Englisch-, Spanisch- und Französisch-Dolmetscherin beim Zoll auf dem Flughafen in Miami.

Irgendwann steht ein dezent gekleideter Herr vor ihr. Der Fremde gibt sich als CIA-Mann zu erkennen, Gloria bekommt einen Riesenschreck. Hat sie etwas verbrochen? Oder geht es um die Vergangenheit ihres Vaters in Kuba?

Agentin mit Herz?
Ihre Befürchtungen sind unbegründet, im Gegenteil: Man will Gloria mit ihren vielschichtigen Talenten als Spionin anwerben. Sie könne sofort eine hochbezahlte Ausbildung in Atlanta beginnen. Aber Gloria hat noch eine andere Leidenschaft: die Musik.

Am Wochenende singt sie auf einer Hochzeitsfeier von Freunden, die auch die Miami Latin-Boys engagiert haben. Die Jungs um Emilio Estefan jr. legen sich mächtig ins Zeug und nicht nur das Hochzeitspaar ist von den Socken - auch Gloria ist hin und weg. Und besonders von Emilio. Die beiden verlieben sich noch an diesem Abend. Emilio ist Glorias erster Freund, und er soll auch ihr letzter sein.

Das war es dann mit der Karriere als Agentin beim Geheimdienst. Gloria sagt nicht nur der CIA ab, sondern kündigt auch den sicheren Job beim Zoll, um mit ihrem Emilio künftig nur noch Musik zu machen.

Die beiden heiraten 1978 und mischen als Miami Sound Machine erst den Latino-Markt auf, um dann mit "Dr. Beat" und "Conga" auch die internationalen Charts zu erobern.  

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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