Madonna im Februar 2015 [Imago/Jim Ruymen]
Bild: imago stock&people

- Madonna - Who's That Girl

Wie Madonna auch gemeinsam mit ihrem Liebsten Sean Penn keinen Filmhit landen kann

Her mit der Rolle!
Eigentlich hat Madonna 1987 alle ihre Träume verwirklicht. Sie ist der erste unabhängige weibliche Megastar mit zwölf Top-10-Singles in ihrer Heimat, ihre drei Alben haben sich über 60 Millionen Mal verkauft, Kritiker und Fans lieben sie für ihre erste Hauptrolle in dem Kinofilm „Susan – verzweifelt gesucht“.

Und sie hat ihren Rebellen-Prinzen Sean Penn gezähmt und unter Dach und Decke gebracht. Trotzdem wurmt es sie, dass alle ihre Nachfolge-Filme floppen und ihr schauspielerisches Talent angezweifelt wird, was ihr statt Oscars oder Grammys nur „Goldene Himbeeren“ als schlechteste Schauspielerin einbringt. Als Warner Brothers ihren Mann für den Film „Slammer“ engagiert, bedrängt Madonna die Studio-Bosse, ihr den weiblichen Part zu geben.

Filmcast wie im Film..
Obwohl sie mittlerweile als cineastisches Kassengift gilt, kann man ihr den Wunsch schlecht abschlagen, schließlich hat sie mit ihren Plattenumsätzen die musikalische Unternehmenssparte von Warner ziemlich reich gemacht. Damit nicht genug, schlägt sie als Regisseur ihren Vertrauten James Foley vor. Foley war Seans Trauzeuge bei ihrer Hochzeit und hat ihre Videos für „Live to Tell“, True Blue“ und „Papa, Don't Preach“ gedreht.

Es sind keine besonders guten Voraussetzungen für den Film: ein Regie-Neuling, ein Kassengift und ein Hauptdarsteller, der demnächst für zwei Monate in den Knast muss, nachdem er einen Fotografen krankenhausreif geprügelt hat. Songschreiber und Produzent Patrick Leonard schläft schon, als sein Handy vor sich hin schnarrt. Seine beste Kundin Madonna is calling. Er ist sofort hellwach.

Pech im Film, Glück in der Musik
Ohne sich mit Höflichkeitsfloskeln aufzuhalten, bestellt sie einen schnellen und einen langsamen Song. „Bis wann“, nuschelt Leonard. „Ich komme morgen vorbei“, spricht‘s und hängt ein. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Putzmunter stürmt die Queen of Pop am nächsten Morgen ins Studio. Patrick spielt ihr vor, was er in der Nacht komponiert hat.

Sie schnappt sich den schnellen Song, geht nach nebenan und lässt das Drehbuch Revue passieren. Sie komponiert den Song alleine zu Ende, damit er das spezielle Feeling ihrer Rolle transportiert, aber auch zu einem eigenständigen Pop-Hit taugt, man weiß ja nie. Angesichts der Tatsache, dass Lover Sean Penn ins Gefängnis muss, nennt sie den Song nicht „Slammer“, das bedeutet nämlich „Knast“.

„Who's That Girl“ passt besser zu Madonna, schließlich befasst sie sich ständig mit der Frage, wer sie ist, um sich immer wieder neu zu erfinden. Natürlich stimmen die Warner-Leute kleinlaut ihren Ideen zu, aber auch der neue Madonna-Hit rettet den Film nicht. Der floppt wieder einmal gnadenlos.

 

Beitrag von Bettina Exner / Jürgen Jürgens