Popqueen Madonna in ihrem Video 'Hung Up' (Quelle: imago-stock)
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- Madonna - Hung up

Wie ein Bittbrief Madonna den größten Hit beschert und was ABBA damit zu tun hat.

Anfang 2005 brütet Madonna über einem Bettelbrief. Sie hat eine geniale Idee für einen neuen Song, ist aber auf Hilfe aus Schweden angewiesen. Seit ihrer Kindheit bewundert sie ABBA für ihren einzigartigen Sound und sie möchte einen Song produzieren, bei dem alle auf die Tanzfläche stürzen.

Dazu will sie Original-Samples von ABBA’S Chartbreaker "Gimme Gimme Gimme“ aus dem Jahr 1979 verwenden, aber sie weiß, dass die Schweden äußerst pingelig mit der Zweitauswertung ihrer Meisterwerke sind. Erst ein einziges Mal haben sie es den Fugees gestattet, Teile aus "The Name Of The Game“ für ihren Titel "Rumble In The Jungle“ zu verwenden.

Es hängt also alles von diesem Brief ab…
Sie schreibt, wie sehr sie die Gruppe bewundert, wie sie ihre Musik seit langem liebt und dass ihr Titel eine Hommage an ABBA sei. Madonna überlässt nichts dem Zufall oder gar der Post, ein Bote überbringt den Brief mit der Aufnahme persönlich in Stockholm. Björn Ulvaeus und Benny Andersson bekommen täglich solche Anfragen auf den Tisch und so fällt die Antwort erst ziemlich frostig aus: sie würden darüber nachdenken und sich den Titel anhören.

Nach einer halben Minute haben die Hitschreiber Björn und Benny genug gehört…der Song ist brillant! Und sie sind sogar ein bisschen stolz, an "Hung Up“ beteiligt zu sein. Immerhin ist ihr Hit 26 Jahre alt und selbstbewusst sagt Björn Ulvaeus in einem Interview, ABBA seien eben die DNA, also die Träger der Erbinformationen der Popmusik, das würde der Erfolg von Madonnas Song beweisen.

Diese DNA lassen sich die geschäftstüchtigen Herren ABBA mit 50 Prozent  von den Einnahmen vergüten und diese Einnahmen sind nicht zu knapp; mit 8.7 Millionen verkauften Platten ist "Hung Up“ Madonnas erfolgreichste Single und erreicht in 41 Ländern die Pole-Position in den Charts.

Madonna schreibt russische Popgeschichte
"Hung Up" führte 2005 auch in Russland die Charts an. Es ist erst das zweite Mal, dass ein amerikanischer Künstler diese Position erreichte, nur Cher hat es mit "The Music's No Good Without You" vor ihr geschafft.

Übrigens: Kurz vor den Dreharbeiten zum Video gehen mit der "Queen Of Pop“ an ihrem 47. Geburtstag buchstäblich die Pferde durch, sie bricht sich das Schlüsselbein, eine Hand und diverse Rippen, trotzdem tanzt sie sich durch das Video wie eine Zwanzigjährige und setzt mit ihrem 80er-Jahre-Disco-Outfit wieder einmal einen neuen Trend. Respekt!

Beitrag von Bettina Exner / Jürgen Jürgens