Lenny Kravitz (Quelle: imago/Stefan M Prager)
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- Lenny Kravitz – Mr. Cab Driver

Wie nach einer Prügelei mit einem Taxifahrer aus Romeo Blue Lenny Kravitz wurde.

Ein Lenny für alles...
Mit einem Demo-Tape voller Love-Songs für seine Frau versucht Lenny Kravitz 1988, bei Plattenfirmen zu landen. Er nennt sich Romeo Blue, trägt blaue Kontaktlinsen und klappert mit seinem Ford Pinto die Labels ab. Aber den einen ist die Musik des dunkelhäutigen Musikers zu weiß, den anderen zu schwarz.

Dann eben nicht. Der Papa finanziert ein günstiges Tonstudio in Hoboken, New Jersey. Der Studioinhaber greift Kravitz bei den Aufnahmen unter die Arme, aber viele Musiker brauchen sie nicht, denn Lenny kann alle Instrumente auch selbst spielen.

Eines Morgens steht Lenny in Manhattan an der Ecke West Broadway und Broome Street auf der Suche nach einem Taxi, das ihn nach Hoboken bringen soll. Es ist nur ein Katzensprung, in 10 Minuten könnte er im Studio sein. Aber nach 30 Minuten steht er immer noch da, 20 Taxen haben sein Winken einfach ignoriert.

Endlich stoppt ein Auto. Lenny steigt ein, sagt sein Ziel, woraufhin ihn der Fahrer wieder raus wirft. Dem weißen Fahrer ist der Gast zu schwarz, die Fahrt zu kurz, die Gegend in Hoboken zu ungemütlich, außerdem würde er dort keinen Fahrgast finden, um wieder zurück nach Manhattan zu kommen.

Der Geduldsfaden reißt!
Lenny ist am Ende mit seiner Geduld, wütend droht er dem Fahrer Prügel an, woraufhin dieser aussteigt und Lenny einen "Nigger" nennt. Dem rutscht die Hand aus, am Ende stehen beide auf dem Dach des gelben Taxis und prügeln sich.

Passanten trennen die beiden und Lenny rast wutschnaubend zurück in sein Appartement, wo er mit "Mr. Cab Driver" einen Song über Diskriminierung, Rassismus und den ignoranten Taxifahrer schreibt.

Am nächsten Morgen muss er selbst lachen über seinen Ausraster, mit einem Augenzwinkern nimmt er den Song als letzten Titel für sein Album auf. Er bittet einen Familienfreund, das Management zu übernehmen und es noch einmal bei den Plattenfirmen zu versuchen.

Diesmal sind die Labels begeistert, 5 große Firmen buhlen um Lenny Kravitz alias Romeo Blue. Virgin bekommt den Zuschlag, aber sie stellen eine Bedingung: Lenny muss seinen albernen Künstlernamen ablegen und die blauen Kontaktlinsen entfernt.  

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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