Joan Baez (Quelle: imago/Heiko Feddersen)
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- Joan Baez – We Shall Overcome

Welchen Anteil Joan Baez an einer der berühmtesten Reden der amerikanischen Geschichte hat

Berufswunsch Protest-Sängerin
Seit die 13-jährige Joan Baez mit ihrer Tante ein Konzert von Pete Seeger besucht hat, will sie auch Protest-Sängerin werden – und wird es, nachdem sie eine Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King hört. Joan kennt rassistische Anfeindungen aus eigener Erfahrung, als Kind wurde sie selbst als "Nigger" beschimpft, weil sie eine etwas dunklere Hautfarbe hat.

Für die Bürgerrechtsbewegung hat Pete Seeger den Text eines alten Gospelsongs aktualisiert: "We Shall Overcome" (wir werden es überwinden) wird zur Hymne im Kampf gegen die Rassendiskriminierung.

Joan Baez ist der Star der Folk-Szene. Sie freundet sich mit Martin Luther King an und unterstützt ihn bei seinen Demonstrationen. Nach einer Tournee durch die Südstaaten, wo die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung per Gesetz vorgeschrieben ist, beschließt Joan, nur noch dort aufzutreten, wo es keine Rassenschranken gibt.
 

Der Traum
1963, als John F. Kennedy ein neues Bürgerrechtsgesetz gegen die Rassentrennung ankündigt, bereitet Martin Luther King einen Marsch auf Washington vor. Er feilt lange an seiner Rede und gibt sie der Gospelsängerin Mahalia Jackson zum Lesen. Der geht besonders die Passage zu Herzen, in der er mit dem Satz "I have a dream" seinen Traum von der Gleichstellung der Afroamerikaner entwirft. Doch King streicht diese Passage wieder aus seinem Manuskript.

Bevor er am 28. August 1963 mit seiner Rede beginnt, singt Joan Baez im Regierungsviertel mit 250.000 Demonstranten "We Shall Overcome". Die Stimmung gleicht eher einem Volksfest und King hat Mühe, die Menschen zu erreichen. Trotzdem hält er an seinem Text fest, bis die hinter ihm sitzende Mahalia Jackson ruft: "Martin, erzähl ihnen von dem Traum!". Im Manuskript steht nichts mehr von einem Traum.

Und so legt er es beiseite und improvisiert eine Rede, die zu einer der meistzitierten in der Geschichte werden soll: "Ich habe einen Traum" sagt King, "dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nach ihrem Charakter und nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt."

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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