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- Falco - Rock Me Amadeus

Wie Falco seinen größten Hit partout nicht singen will

Falco ist bockig
"Wos soll I bei den Kasrollern?" giftet Falco 1985 seinen Manager an, als dieser die holländischen Bolland-Brüder engagiert, die Status Quo den Millionenhit "In The Army Now" komponierten. Man braucht einen Nachfolgehit, und die "Kasrollern" sollen es richten.

Rob Bolland hat gerade den Oscar-prämierten Film "Amadeus" gesehen und daraufhin ("Rock me) Amadeus" für Falco geschrieben. In dem Song lässt er Wolfgang Amadeus Mozart das Leben eines Popstars führen, der, gezeichnet von Alkohol, Frauengeschichten und Spielsucht, mit 35 Jahren völlig verarmt stirbt.

Alle finden's großartig, nur Falco ist bockig. Er redet von Leichenfledderei, und mit fremden Federn mag er sich auch nicht schmücken.

 

"Falconizing"
Es dauert Wochen, bis er sturzbetrunken doch noch im Tonstudio erscheint. "Ich singe diesen Titel nur unter größtem Widerstand und auf Druck meines Managements!", zickt er die Bolland-Brüder an. Natürlich hat er den Text nicht gelernt, so dass Rob ihm Zeile für Zeile einflüstern muss.

Trotzdem sind alle hingerissen, als die die Aufnahme anhören, denn auch betrunken hat Falco ein untrügliches Gespür für den Groove. "Falconizing" nennen die Holländer sein Talent, sich einen fremden Song völlig zu eigen zu machen. In 9 Ländern steht "Rock me Amadeus" auf Platz 1 der Charts, als sich Falco am 29. März 1986 mit Freunden zum Abendessen trifft.

Plötzlich kommt die Nachricht, dass "Rock Me Amadeus" auch in Amerika Platz 1 erobert hat – das erste Mal für einen deutschsprachigen Song. Alle am Tisch jubeln, außer Falco: "Des schoff i nie wieder. Jetzt is' aus." Doch soweit ist es erst 22 Jahre später, als am 6. Februar 1998 der größte österreichische Popstar bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kommt.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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