The Bangles (Quelle: imago/Horst Galuschka)
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- The Bangles – Hazy Shade of Winter

Wie eine Coverversion das Original in den Charts übertrumpft

Ein ungemütlicher Winter
Nachdem "The Sound of Silence" von Simon & Garfunkel in Amerika gefloppt ist, landet Paul Simon in London, um noch mal ganz vor vorne anfangen. Wie sein Vorbild Bob Dylan ein paar Jahren zuvor in New York, spielt er seine Lieder in kleinen Folk-Pubs für 3 Pfund am Abend.

Es ist ein ungemütlicher Winter, das Wetter passt zu Paul Simons düsterer Stimmung. Der 24-Jährige glaubt nicht mehr an seinen Traum von einem Leben als Musiker. Darüber schreibt er ein Lied, das er den Kneipen-Besuchern im Winter 1965 vorsingt.

Den Leuten gefällt's, und bald kann sich Paul ein möbliertes Zimmer leisten. Dabei ist er im Grunde ein gemachter Mann, denn in der Zwischenzeit hat sich "The Sound of Silence" in seiner Heimat zum Hit gemausert. Da ist Susanna Hoffs in Los Angeles gerade 6 Jahre alt. Sie hört bei ihrer Mutter Beatles-Songs und lernt, Gitarre zu spielen.


Erfolgreicher als das Original
20 Jahre später ist sie mit den Bangles unterwegs. Aber bevor sie richtig Geld verdienen, müssen die Mädels tagsüber noch arbeiten. Susanna jobbt in der Porzellanmanufaktur ihrer Tante, wo sie allein in einem fensterlosen Raum die kleinen Kunstwerke glatt schleift. Ein Oldie-Sender ist ihre einzige Verbindung zu Außenwelt.

Eines Tages kündigt der Moderator Simon & Garfunkel an. Obwohl Susanna ein Fan des Duos ist, hat sie "A Hazy Shade of Winter" noch nie gehört. Sie überredet ihre Band, das Lied in ihr Live-Repertoire aufzunehmen.

Als die Bangles 1987 einen Song zum Film "Unter Null" beisteuern sollen, nehmen sie den Song auf. Sie rattern durch Paul Simons Klagelied, als wäre es für sie komponiert worden. Ihre Version wird erfolgreicher als das Original, was Susanna ein wenig peinlich ist, als sie Paul Simon später persönlich trifft. Dabei mag Paul ihre Version so sehr, dass Simon & Garfunkel 2003 "A Hazy Shade of Winter" im Stil der Bangles performen.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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