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- Diana Ross – Touch Me in the Morning

Wie ein einstiger Börsenmakler Diana Ross einen Nummer 1-Hit beschert.

Debüt als Schauspielerin
Es kommt nicht oft vor, dass Motown-Boss Berry Gordy kalte Füße bekommt. 1973 aber ist er unsicher, ob das Publikum seinen Star Diana Ross auch als Schauspielerin liebt. Gordy ist neuerdings auch als Filmproduzent tätig und er hat das Leben von Billie Holiday mit Diana in der Titelrolle verfilmt.

Es ist ihr Debüt als Schauspielerin und sie macht ihre Sache gut. Doch für den Fall eines Misserfolges will Gordy einen sicheren Hit in der Hinterhand haben, der ihre ganze Bandbreite als Sängerin zeigt.

Er schickt seine Assistentin Suzanne De Passe auf die Suche nach einem geeigneten Song. Anstatt auf das bewährte Komponistenpärchen Ashford & Simpson zurückzugreifen, die mit "Ain't No Mountain High Enough" Dianas erste Nummer 1 als Solokünstlerin schrieben, stößt Suzanne auf eine wunderschöne Melodie des völlig unbekannten Michael Masser, einem ehemaligen Börsenmakler.

Mit Plan B zum Erfolg
Zusammen mit dem Cheftexter von Motown arbeitet er den Song aus. Seine Komposition ist allerdings eine klassische Pop-Nummer ohne die üblichen Rhythm & Blues-Elemente. Kurzerhand mopst man sich von dem Ashford & Simpson-Hit ein prägnantes Riff und lässt Diana, wie bei "Ain’t no mountain high enough", eine kurze Passage sprechen.

Direkt nach einem anstrengenden Drehtag rauscht Diana Ross ins Tonstudio, wo man ihr das Lied vorspielt. "Es ist viel zu schwer zu singen", jammert sie. 12 Mal muss sie den Song aufnehmen, bis ihre Stimme versagt. Leider ist keine brauchbare Aufnahme dabei. 300 Stunden brauchen die Songwriter im Studio, um aus einzelnen Versatzstücken eine harmonische Single zu basteln.

Den Oscar verliert Diana gegen Liza Minelli, aber zum Trost wird "Touch Me in the Morning" der zweite Nummer-1-Hit ihrer Solokarriere.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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