Deep Purple (Quelle: imago/BRIGANI-ART)
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- Deep Purple – Smoke On The Water

Wie aus zwei eitlen Gockeln Streithähne werden – und aus Deep Purple die lauteste Band der Welt.

Neuer Sänger gesucht
Chris Curtis, Drummer der Searchers und der Keyboarder John Lord wollen 1967 eine Band gründen. Das Geld dazu kommt von 2 wohlhabenden Geschäftsleuten, die in eine Rockgruppe investieren möchten. Im Hamburger Starclub stößt der Gitarrist Ritchie Blackmore dazu, kurz danach wird Chris Curtis durch Ian Paice ersetzt, der der bessere Trommler ist.

Mit dem Sänger Rod Evans nehmen sie "Shades of Deep Purple" auf und in Ermangelung genug eigener Songs covern sie auch noch "Hush" von Joe South. Die Single schafft es bis auf Platz 4 der Billboard-Charts und Playboy-Gründer Hugh Hefner lädt sie in seine Fernsehshow "Playboy After Dark" ein.

Schnell wird klar, dass Rod Evans kein Charisma entfaltet, woraufhin man sich bei der Konkurrenz umschaut und Ian Gillan findet. Anfangs ist Ritchie Blackmore begeistert von dessen 4-Oktaven-Stimme, aber Gillan mausert sich langsam zum Star der Truppe und Blackmore sieht seine Vormachtstellung in Gefahr.

Es geht irgendwie nicht mit... und nicht ohne Band
Er ist zusehends genervt vom divenhaften Gillan, der in viel zu engen Jeans vor dem Mikro herum gockelt und markerschütternde Schreie ausstößt. Bei Konzerten ist Ian Gillan wiederum angeödet von Blackmores selbstverliebten Gitarren-Soli, die schon mal 10 Minuten dauern können.

Die beiden Streithähne lassen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Außerdem setzt ihnen der ständige Tourstress zu.

Im Juni 1973 kündigt Ian Gillan bei der damals lautesten Rockband der Welt. Später sagt er über diese Trennung: "Ich kann an Deep Purple nur noch wie an eine Verflossene denken. Wir heirateten 69 und wurden 73 geschieden. 84 heirateten wir noch mal und ließen uns 89 wieder scheiden. Das mach ich nicht noch mal, eher schneide ich mir die Kehle durch."

Das ließ er dann allerdings doch bleiben: seit 1992 ist er wieder bei Deep Purple, und das bis heute.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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