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- David Bowie – Life on Mars

Wie David Bowie seine Rolle als Außerirdischer überirdisch gut spielt

Schmuggelware
Der Regisseur Nicolas Roeg arbeitet mit seinem Drehbuchautor Paul Meyersburg an der Verfilmung des Science Fiction-Romans "Der Mann, der vom Himmel fiel". Darin landet ein Außerirdischer auf der Erde, um hier die Wassergewinnung für seinen Planeten zu erforschen. Im Zuge seines Aufenthalts gründet er ein milliardenschweres Unternehmen – und wird kreuzunglücklich.

Denn er als sensibles und hochintelligentes Wesen zerbricht an der Rücksichtslosigkeit und Oberflächlichkeit der menschlichen Zivilisation. Diesen kritischen Blick auf die Welt möchte Paul Meyersburg in seinem Drehbuch unterbringen. Als großer David Bowie-Fan schmuggelt er ein paar Textzeilen aus den Bowie-Songs "Space Oddity", "Life on Mars" und "Changes" in sein Script.

Nachdem sie im Fernsehen die David Bowie Dokumentation "Cracked  Actor" gesehen haben, besuchen Nicolas Roeg und Paul Meyersburg Bowie in seinem Haus in L.A. und können ihn – obwohl er keine nennenswerten Erfahrungen als Schauspieler hat - für die Hauptrolle in "Der Mann, der vom Himmel fiel" gewinnen.


Blut geleckt
Gedreht wird in New Mexico, wo die meisten Meldungen über angebliche Ufos eingehen und wo 1945 die ersten Atombombentests stattfanden. David Bowie fügt sich wunderbar in das Filmteam ein, er ist perfekt in der Rolle - dabei spielt er eigentlich nur sich selbst.

Nur einmal gibt es Differenzen, als der Kameramann unzufrieden mit der Farbe des Film-Blutes ist, das Bowie nach einer Szene an seiner Kleidung hat. Er möchte, dass es echter aussieht. Also schickt der Regisseur die Requisite zum nächsten Schlachter, um Schweineblut zu holen.

Bowie ekelt sich. Schwein geht gar nicht, dann doch lieber Menschenblut. "Ok … äh … wer ist bereit?" fragt Nicolas Roeg in die Runde. Besagter Kameramann hebt die Hand und lässt sich so viel Lebenssaft abzapfen, dass es für die Szene reicht. Und Bowie? Er hat Blut geleckt und ist seitdem noch in vielen Rollen zu sehen.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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