Céline Dion (Quelle: imago/ZUMA Press)
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- Céline Dion – My Heart Will Go On

Wie Céline Dion mit einer Ballade, die sie eigentlich gar nicht singen wollte, Millionen Menschen zu Tränen rührt

Keine Lust auf kitschige Filmmusik
Der Regisseur James Cameron hat ein Faible für Schiffswracks. Und welches Wrack könnte geheimnisvoller sein als das der "Titanic", die 1912 auf ihrer Jungfernfahrt mit einem Eisberg kollidierte und sank?

Cameron erfindet für seinen Film ein Liebespaar unterschiedlichen Standes.  Der Junge ertrinkt, das reiche Mädchen wird gerettet. Die Musik für den Film soll die irische Musikerin Enya komponieren, nur singen soll sie nicht. Beleidigt lehnt sie ab.

Auch Dolores 0'Riordan von den Cranberries hat keine Lust auf kitschige Filmmusik. Dann muss es eben James Horner richten. Mit dem liegt Cameron zwar seit dem Film "Aliens" im Clinch, aber er hat keine Wahl. Obwohl Horner weiß, dass Cameron nur Instrumentaltitel will, reitet ihn der Teufel, als er "Flying Dutchman" von Jethro Tull hört.
 

Hinter Camerons Rücken
Heimlich beschreibt Horner dem Texter Will Jennings die Liebesgeschichte, der legt sofort los mit "My Heart Will Go On". Hinter Camerons Rücken lotst Horner Céline Dion samt Ehemann ins Studio, denn er weiß: Céline hat kein Problem mit gefühlvollen Balladen. Aber dieser Schmachtfetzen ist auch ihr too much. Doch ihr Mann, gleichzeitig ihr Manager, überredet sie, den Song wenigstens einmal zu singen.

Und die Aufnahme ist so rührend, dass alle im Studio feuchte Augen kriegen. Nun muss nur noch James Cameron überzeugt werden. "Die Kritiker werden mich in der Luft zerreißen, zu viel Kommerz", befürchtet er. Aber als 1,8 Milliarden Dollar in die Kinokassen sprudeln, sind alle Zweifel ausgeräumt.

"Titanic" wird mit 11 Oskars dekoriert und Céline Dion freut sich über den erfolgreichsten Song ihrer Karriere.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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