Barbra Streisand (Quelle: imago/EntertainmentPictures/Herr der Gezeiten)
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- Barbra Streisand – Memory

Warum T.S. Eliots Geschichte über die alte Grizabella erst in der Schublade landete, letztlich aber ganz und gar nicht für die Katz war.

Ein echter Katzenfan
T.S. Eliots Patenkinder können den Postboten kaum erwarten, denn regelmäßig bringt er Briefe von einem gewissen "Old Possom". "Alte Beutelratte" nennt sich der Dichter, wenn er die Abenteuer seiner Katzen beschreibt und an die Kinder verschickt.

Als Katzenfan ist er immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Charaktere der Tiere sind. Er hat Spaß daran, die dicken und die faulen, die schlauen und flinken, die lieben und die fiesen Katzen mit passenden Namen zu bedenken und ihre alltäglichen Abenteuer aufzuschreiben.

Da er selbst keine Kinder hat, schickt Eliot seine kleinen Gedichte regelmäßig an seine Patenkinder. Er hat auch Gedichte über eine alte Katzendame namens Grizabella verfasst, die er aber nicht verschickt, denn er möchte die Kinder nicht traurig machen. Also landen Grizabellas Abenteuer in der Schublade.

Ein Happy End für alle!
Unter dem Titel "Old Possum's Book of Practical Cats" werden die verspielten Gedichte 1939 veröffentlicht; Generationen von Kindern wachsen seitdem mit den witzigen Viechern auf. Auch Andrew Lloyd Webber liest das Buch als kleiner Junge. Die Katzen, die er dort kennen lernt, lassen ihn, den Sohn eines Komponisten, ein Leben lang nicht mehr los.

Ende der Siebziger vertont Andrew ihre Abenteuer und lässt die Katzen beim Sydmonton-Festival tanzen und schnurren. Im Publikum sitzt die Witwe von T.S. Eliot; sie ist neugierig, was der junge Musicalkomponist aus dem Werk ihres Mannes gemacht hat.

Nach dem Konzert steckt sie Andrew ein paar Zettel zu; es sind die unveröffentlichten Abenteuer der alten, traurigen Katzendame Grizabella. Sie wird zur Hauptfigur von "Cats" - für sie komponiert Andrew Lloyd-Webber "Memory".

Am Ende gibt es ein Happy End für alle: Grizabella bekommt ein zweites Leben geschenkt, Webber heiratet Sarah Brightman, die im Musical das kleine Kätzchen Jemima spielt und gewinnt sieben "Tony Awards" für "Cats".

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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