Bananarama (Quelle: imago/Horst Galuschka)
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- Bananarama – Venus

Wie sich trotz eines kleinen Textfehlers ein Song aus den Niederlanden zum internationalen Hit mausert.

Göttin oder Gottheit?
Eigentlich können Niederländer gut Englisch sprechen, auch weil sie amerikanische Kinofilme meist im Original sehen. Shocking Blue-Gründer Robbie Van Leeuwen ist der Sprache mächtig, aber bei seinem Song "Venus" unterläuft ihm trotzdem ein Fehler.

Er will die schöne Leadsängerin der Band, Mariska Veres, als Göttin, als Goddess, preisen, macht aber mit Godness aus ihr eine Gottheit. Auch Mariska fällt der Fehler nicht auf, sie singt "Godness", so wie Robbie es aufgeschrieben hat.

Göttin oder Gottheit, den Amerikanern ist es egal. "Venus" landet schnell auf Platz 1 der Charts. Neun Jahre später, 1979, treffen sich in London drei junge Damen, die zusammen Musik machen wollen. Sie wählen einen schwierigen Song in einem Swahili-Dialekt, um ihren stimmliche Bandbreite zu zeigen.

Flippiger Bandname
"Aie A Mwana" entwickelt sich zum Underground-Hit und bald haben die Mädels einen Plattenvertrag in der Tasche. Sie wollen einen exotischen Bandnamen, der Spaß verspricht und gleichzeitig an die Tropen erinnert, wo immer die Sonne scheint und Bananen wachsen. In England steht "to go bananas" für ausgeflippt sein.

Von Roxy Musics "Pyjamarama" mopsen sie sich die Endung: Voila: Bananarama. Das frischgebackene Trio übt für die ersten Auftritte und "Venus" von Shocking Blue wird ihre Lieblingsnummer.

Aber als Coverversion steht der Titel erstmal nicht zur Debatte. Doch nachdem sie sich mit "Cruel Sommer" und "Robert De Niro's Waiting..." auch als Songwriterinnen etabliert haben, ist der Weg frei für die "Venus".

Zum zweiten Mal landet die Göttin der Liebe und der Schönheit auf Platz 1 der amerikanischen Charts, diesmal aber korrekt als Goddess.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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