Alice Merton (Quelle: imago/STAR-MEDIA)
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- Alice Merton – No Roots

Wie Alice Merton mit dem Song "No roots" endlich Wurzeln schlägt.

"Kistentrauma"
Immer wenn die Mama mit zwei Kisten ins Kinderzimmer kommt, weiß Alice Merton, was die Stunde geschlagen hat. Es steht mal wieder ein Umzug bevor. Sie ist 3 Monate alt, als die Familie von Frankfurt nach New York übersiedelt und auch künftig wird der Beruf ihres Vaters bestimmen, wo Alice aufwächst.

Kaum hat sie in New York Freunde gefunden, kommt die Mama mit den Kisten... Sachen, die weg geschmissen werden sollen, kommen in die eine, Dinge, die sie behalten darf in die andere. Der Platz reicht nie. Die nächste Station ist Kanada, wo Alice an allen möglichen Orten versucht, Spuren zu hinterlassen.

Sie ritzt ihren Namen ins Schulpult und vergräbt Sachen im Hinterhof ihres Wohnhauses. Wenn sie irgendwann zurückkehrt, will sie das alles wieder ausbuddeln. Dieses Ritual macht den Abschied irgendwie leichter.

Mit 13 Jahren verschlägt es sie nach München. Alice lernt Deutsch und beginnt auch hier wieder, Sachen zu verstecken. Nach dem Abi zieht die Familie nach England. Hier beschließt Alice, Musikerin zu werden - und diesmal packt sie selbst ihre Umzugskartons.

Wo sind ihre Wurzeln?
Sie kehrt zurück nach Deutschland und studiert an der Mannheimer Popakademie. In den Semesterferien besucht sie ihre Eltern, mit denen sie Ferien am Meer macht. Am Strand denkt Alice Merton über die ersten 20 Jahre ihres Lebens nach.

Ihr wird klar, dass sie nirgends auf der Welt zu Hause ist. Sie ist in 4 Ländern aufgewachsen und hat 11 Umzüge hinter sich. Wo sind ihre Wurzeln? In diesem kanadischen Hinterhof, in dem sie zum ersten Mal Sachen vergraben hat? Oder in München, wo ihre beste Freundin lebt?

Im Song "No Roots", keine Wurzeln, macht sie sich darüber Gedanken. Schnell wird man beim Mobilfunkanbieter Vodafone auf den Song aufmerksam und fragt Alice, ob man "No Roots" unter einen Fernsehwerbespot legen dürfe.

Alice sagt "ja" und zieht daraufhin zum 12. Mal um - diesmal nach Berlin, wo sie endlich ihren ersten Hit feiern kann.

Beitrag von Bettina Exner / Heiner Knapp

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