Bauzombie: Torgauer Str. 24-25. Foto: Doris Anselm; radioBERLIN 88,8
Bauzombie: Torgauer Str. 24-25. Hier soll der Gedenkort für Julius und Annedore Leber entstehen; Foto: Doris Anselm; radioBERLIN 88,8

- Kohlenhandlung Annedore und Julius Leber

In der Torgauer Straße soll ein Gedenkort für den Widerstandskämpfer Julius Leber entstehen. Das dafür vorgesehene Gebäude droht zu verfallen.

Ursprünglich stand in der Torgauer Straße, am südlichen Rand der Schöneberger „Roten Insel“, die Kohlenhandlung „Bruno Meyer Nachf." Dort trafen sich um den Sozialdemokraten Julius Leber weitere Widerstandkämpfer, die Gestapo verhaftete Julius Leber im Juli 1944 in der Kohlenhandlung. Er wurde 1945 in Plötzensee hingerichtet.

Seine Frau Annedore Leber hatte ebenfalls Widerstandstkontakte, konnte nach dem Krieg die Kohlenhandlung wieder aufbauen und gründete den "Mosaik-Verlag"

Gedenken und Lernen
Die Gebäude der Kohlenhandlung wurden im Krieg zerstört, 1950 entstand an ein neues Haus. In Erinnerung an Annedore und Julius Leber soll es nun ein Gedenk- und Lernort werden. Dies hat sich der Arbeitskreis „Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber“ im Stadtteilverein Schöneberg zur Aufgabe gemacht.

Status Quo
In jüngerer Zeit war der ganze Grünstreifen mal Gewerbegebiet. Dann kaufte ihn der Bezirk, um einen Park anzulegen. Die Planungen vor ein paar Jahren sahen erst keine Erinnerungsstätte vor, dann nur kleines Denkmal.

Das Grundstück, auf dem das Haus steht, gehört dem Bezirk, es wurde in zwei Grundstücke aufgeteilt, das eine ist Park, das andere mit Gebäude wird jetzt verpachtet an den “Stadtteilverein Schöneberg” und der will daraus einen Gedenkort machen.

Dafür müsste das Gebäude in Stand gesetzt werden. Im Herbst sollen die Nutzungsverträge unterzeichnet sein, es gebe noch Detailfragen zu klären, so Bezirksbürgermeisterin Schöttler.

Förderer gesucht
Voraussetzung für Vertrag einer unentgeltlichen Übernahme war, das der Verein die Kosten trägt. Der Verein sammelt jetzt Fördermittel, um einen Architekten zu bezahlen, der ein Konzept erarbeitet, mit dem er Anträge auf Förderung bei Stiftungen stellen kann. Sie haben u.a. bei der Lottostiftung vorgefühlt.

„Im Idealfall könnten wir dann 2017 die Stiftungsmittel bekommen, dann wird das Haus in Stand gesetzt, dann könnte es 2018 losgehen mit dem Lernen und Gedenken."

Der Verein hat trotzdem schon mal losgelegt: Im Mai eröffnete auf dem Gelände die Ausstellung „Treffpunkt Kohlenhandlung“, organisiert vom Stadtteilverein Schöneberg, genauer von der Initiative „Gedenkort Leber“.