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radioBERLIN 88,8 - Das Hauptstadtradio

Do, 24.05.2012 | 22:57 Uhr

In Sankt Matthias Kirche in Schöneberg ist Martina Berlin Küsterin.

In der Sankt Matthias Kirche in Schöneberg ist Martina Berlin Küsterin.

Martina Berlin

Ich bin 49 Jahre alt, ledig und wohne in Schöneberg. Ich habe keine Kinder. Zur Zeit arbeite ich als Japanologin bei einer japanischen Tageszeitung, der „Tokio Shimbun“, in Berlin-Mitte.

Geboren bin ich in Dernbach im Westerwald.

1. Wenn andere meinen Namen hören, dann ...
passiert es mir öfter, dass sie sagen: „Ach, das ist aber ein schöner Name“. Obwohl mir auch schon mal passiert ist, dass jemand mich angeschnauzt hat am Telefon und gesagt hat: „ich wollt` nicht wissen, wo Sie wohnen. Ich wollt` wissen, wie Sie heißen“.

2. Das bedeutsamste Ereignis in den letzten 20 Jahren war für mich ...
meine Bekehrung. Davon zehre ich auch heute noch und das ist eine Basis für mein Leben.

3. Mit meinem letzten Zwangsumtausch habe ich ...
daran kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern.

4. Die Wiedervereinigung brachte für mich persönlich ...
eine vollständige Stadt. Nach der Wiedervereinigung kam ich nach Ostberlin und bin Unter den Linden umherspaziert und habe` gesehen, dass wir einen richtigen historischen Stadtkern haben und dass das jetzt alles wieder uns gehört.

5. Seit 1989 war ich noch nie ...
in Berlin-Buch.

6. Wenn die Mauer nicht gefallen wäre, dann wäre ich heute ...
ein Westberliner, wie früher auch, der sich damit abgefunden hat. Ich würde so vor mich hinwurschteln im Westen.

7. Menschen, die die Mauer wieder aufbauen wollen, sage ich ...
das ist ja lächerlich.

8. Typisch Westen ist für mich ...
die Gegend um den Kurfürstendamm herum mit den alteingessenen Berlinern.

9. Typisch Osten ist für mich ...
streckenweise so eine grauenvolle sozialistische Architektur. Da geht man dann lang und denkt, dass könnte genauso gut Pjönyang sein.

10. Dieser Berliner beeindruckt mich am meisten ...
der selige Bernhard Lichtenberg, der hat in der Nazi-Zeit in der Sankt Hedwigs Kathedrale gegen die Judenverfolgung gepredigt. Der hat großen Mut bewiesen.

11. Dieser Berliner nervt mich am meisten ...
Klaus Wowereit mit seinem Zwangsethik-Unterricht.

12. Mir geht es momentan in dieser Stadt ...
ganz gut. Es ist Frühling und jetzt entspannen sich alle und werden offen. Alle rasen wieder in die Wälder und in die Cafes und sitzen draußen. Das finde ich eigentlich sehr schön. Ich geniesse das im Moment.

13. 20 Jahre nach dem Mauerfall vermisse ich noch immer ...
eine gewisse Freude, die die Leute in Ost und West aneinander haben könnten.

14. Am wenigstens verändert hat sich Berlin ...
in den ganz kleinen Kiezen. Da kommt jetzt kein großes Business rein. Das ist schön.

15. In 20 Jahren sollte es in Berlin ...
junge Leute geben, die Ost und West tatsächlich vergessen haben. Das wäre schön.

Stand vom 7.5.2009