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Mi, 08.02.2012 | 19:13 Uhr

Gabriele Berlin vor dem Fernsehturm am Alexanderplatz

Gabriele Berlin vor dem Fernsehturm am Alexanderplatz

Gabriele Berlin

Ich bin 50 Jahre alt, ledig, habe einen Sohn, bin von Beruf Verkäuferin und geboren in Berlin Treptow. Supergerne bin ich am Fernsehturm, weil man da die ganze Stadt sehen kann.

1. Wenn andere meinen Namen hören, dann …
sagen sie sehr, sehr oft: “Das ist das ein toller Name. Heißen Sie wirklich Berlin ?"

2. Das bedeutsamste Ereignis in den letzten 20 Jahren war für mich… 
Natürlich der  Mauerfall, denn niemand aus der ehemaligen DDR hat damit gerechnet, das es soweit kommt. Es war super. Die Euphorie überträgt sich auch noch nach 20 Jahren. An bestimmten Orten in Berlin, wenn ich z.B. in Treptow bin, wo ich groß geworden bin. Dort war direkt die Mauer, in der Kiefholzstraße. Da bin ich zur Schule gegangen. Wenn man heute dort langfährt, ist immer noch ein euphorisches Gefühl, dass die Mauer weg ist.

3. Mit meinem Begrüßungsgeld habe ich …
glaube ich Geschenke für meinen Sohn gekauft, Spielzeugautos.

4. Die Wiedervereinigung brachte für mich persönlich….
Ja, das ist einfach schön die Wiedervereinigung, weil eine getrennte eine geteilte Stadt, ein geteiltes Deutschland, wollte mit Sicherheit überhaupt niemand und dann gab es die Wiedervereinigung und jetzt ist alles wieder stimmig.

5. Seit 1989 war ich noch nie…
auf dem Funkturm. Aber auch das werde ich noch tun.

6. Wenn die Mauer nicht gefallen wäre, dann wäre ich heute… 
wahrscheinlich nicht so glücklich.

7. Menschen, die die Mauer wieder aufbauen wollen, sage ich…
Es ist ganz furchtbar, dass es heute noch Menschen gibt, die so denken. Ich hasse nichts mehr als die ständigen Quärolanten die sich immer nur hinsetzen, meckern und sagen, was früher alles schöner war.

8. Typisch Westen ist für mich…
nichts.

9. Typisch Osten ist für mich …
die Bezeichnung für bestimmt Dinge. Zum Beispiel das Wort Kaufhalle. Das ist typisch Osten.

10. Dieser Berliner beeindruckt mich am meisten…. 
Kurt Krömer oder Mario Barth. Auch Harald Juhnke ist ein Berliner, den ich unheimlich mag. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein lustiger Mensch bin.

11. Dieser Berliner nervt mich am meisten….
Unser Bürgermeister sollte mal ein bisschen weniger feiern und sich mehr auf die Politik konzentrieren.

12. Mir geht es momentan in dieser Stadt…
supergut. Die Stadt als solche gefällt mir einfach super. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich irgendwann mal nicht mehr hier wohnen würde.

13. 20 Jahre nach dem Mauerfall vermisse ich noch immer… 
die Einigkeit zwischen den Menschen hier. Man muss auch nicht mehr sagen: „ich fahre nach Ost-Berlin“. Ich fahr nach Pankow, nach Friedrichshain, Neukölln oder Charlottenburg. Das wäre richtig, aber nicht mehr in Osten oder Westen.

14. Am wenigstens verändert hat sich Berlin…
in meinem Herzen. Berlin war für mich schon immer eine Stadt. Wir hatten immer Kontakt nach West-Berlin.

15. In 20 Jahren sollte es in Berlin…
genauso schön sein, wie heute. Hoffentlich gibt es dann mehr so viele Baustellen. Und in 20 Jahren sollten die Menschen nicht mehr daran denken, dass es Unterschiede zwischen ihnen gab.

Stand vom 24.4.2009

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Gabriele Berlin

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