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Do, 24.05.2012 | 22:49 Uhr

Ernst Berlin am Potsdamer Platz

Ich bin gerne am Potsdamer Platz, weil ich dort die Veränderung unserer Stadt von Beginn an verfolgen konnte.

Ernst Berlin

Ich bin pensioniert und habe früher als Diplom-Ingenieur für Hoch- und Tiefbau gearbeitet. Seit 1970 wohne ich in Berlin-Zehlendorf, bin verheiratet und habe drei Töchter und zehn Enkelkinder.

1. Wenn andere meinen Namen hören, dann …
sind die Meisten überrascht, den Namen Berlin zu hören und finden das echt gut.

2. Das bedeutsamste Ereignis in den letzten 20 Jahren war für mich….
der Fall der Mauer würde ich sagen. Weil wir es immer gehofft haben, dass diese Zeit der Trennung vorbei ist. Aber schon bald nicht mehr daran glauben konnten.

3. Mit meinem letzten Zwangsumtausch habe ich…
haben wir natürlich Einkäufe bestritten.

4. Die Wiedervereinigung brachte für mich persönlich…
das Zusammenkommen mit unseren ostdeutschen Landsleuten. Wir haben durchaus schöne Freundschaften schließen können, sodass man sich heute auch gegenseitig helfen kann und das ist schön.

5. Seit 1989 war ich noch nie…
wirklich unglücklich.

6. Wenn die Mauer nicht gefallen wäre, dann wäre ich heute…
wir wären vielleicht nach meiner Pensionierung nach West-Deutschland gezogen. Meine Familie, meine Frau und ich sind sehr froh, dass das nicht geklappt hat.

7. Menschen, die die Mauer wieder aufbauen wollen, sage ich…:
„vergesst das. Unsinn. Das ist absolut rückwärts gedacht.

8. Typisch Westen ist für mich…
der gesamte Bereich zwischen Bahnhof Zoo und Kudamm. Das Einkaufsgehabe dort im KadeWe.

9. Typisch Osten ist für mich…
der Bezirk Prenzlauer Berg mit seinem Kiez und den Straßen . Mit den Menschen und mit dem Einkaufen.

10. Dieser Berliner beeindruckt mich am meisten….
Für uns West-Berliner war es Ernst Reuter, der hat wirklich damals in sehr schwerer Zeit relativ sehr viel geschafft.

11. Dieser Berliner nervt mich am meisten …
in letzter Zeit Wowereit. Er hat gute Mitarbeiter, aber er selbst hat, glaube ich, viel Mist gebaut.

12. Mir geht es momentan in dieser Stadt…
Sehr gut sogar. Ich fühle mich wohl. Die Folgen der Rezession gehen an keinem vorüber und trotzdem, wir würden Berlin nicht gerne tauschen mit irgendeiner anderen Stadt.

13. 20 Jahre nach dem Mauerfall vermisse ich noch immer…
das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen West und Ost, das noch besser werden könnte. Es war kurz nach dem Mauerfall einfach phänomenal die Euphorie, diese Begeisterung. Aber das hat dann doch nachgelassen.

14. Am wenigstens verändert hat sich Berlin…

ich glaube, da ist immer noch das alte West-Berlin. Dort ist natürlich längst nicht so viel Neues entstanden wie in Mitte und im Ostteil.

15. In 20 Jahren sollte es in Berlin…
hoffentlich von Ost und West keine Rede mehr sein, sondern ein absolutes Zusammengehörigkeitsgefühl da sein.

Stand vom 8.5.2009

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