Stempel auf bunten Tabletten (Foto: imago/blickwinkel)
Foto: imago/blickwinkel

- Gefälschte Medikamente im Internet

Laut aktuellen Schätzungen erzielt der Handel mit gefälschten, minderwertigen und illegalen Medikamenten bis zu 430 Milliarden Dollar. Wie Sie gefälschte Medikamente erkennen und wie Sie sich schützen können weiß radioBERLIN-Verbraucherexpertin Silja Sodtke.  

Welche Arten von Fälschungen sind im Umlauf?

Es gibt zwei verschiedene Arten der Fälschung. Zum einen gibt es Fälschungen, bei denen das Medikament echt ist. Gefälscht ist lediglich die Verpackung. In vielen Fällen hat der Anbieter einfach eine günstige Großpackung in viele teure Einzelpackungen umgewandelt.
Zum anderen gibt es Totalfälschungen. Hier ist das Medikament an sich gefälscht. Die Wirkstoffe sind falsch zusammengesetzt, überdosiert oder es handelt sich um ein reines Placebo. In allen drei Fällen ist eine Einnahme hoch gefährlich.

Wie erkenne ich unseriöse Anbieter im Internet?

Internetseiten, auf denen verschreibungspflichtige Medikamente angeboten werden, ohne dass die Vorlage eines Rezeptes verlangt wird, sind unseriös. Deswegen Finger weg! Hellhörig werden sollte man auch bei Angeboten von billigen Testpaketen, bei Tabletten, die lose im Beutel geschickt werden und generell bei Medikamenten, die extrem günstig angeboten werden.

Von ausländischen Internetseiten sollte man lieber die Finger lassen. Oft sind diese aber als deutsche Seiten gut „getarnt“. Achten Sie auf folgendes: Fehler im Text. Kleine fehlerhafte Formulierungen (Beispiel: Statt „Jeder Körper ist einzigartig“, steht „Jeder Körper ist eigenartig“) lassen darauf schließen, dass der Text von einer Übersetzungsmaschine bearbeitet wurde. Ein fehlendes oder undurchsichtiges Impressum ist ebenfalls ein Hinweis auf einen unseriösen Online-Shop.

Foto: Promo

Das EU-Sicherheitslogo

Das EU-Sicherheitslogo finden Sie auf Webseiten von Internet-Arzneimittelhändlern, die im Versandhandels-Register erfasst sind.

Für sich allein besitzt es noch keine Aussagekraft. Aber mit drei einfachen Schritten verringern Sie das Risiko, auf Webseiten unseriöser Anbieter zu bestellen.

 Wie nutze ich das EU-Sicherheitslogo?

  1. Klicken
    Klicken Sie auf das Logo: Ist der Arzneimittelhändler im Register enthalten, öffnet sich eine Webseite des DIMDI mit dem Registereintrag des Händlers.
  1. Prüfen
    Überprüfen Sie, ob die Adresse der Webseite (URL) in der Browserzeile des Registereintrages nach dem https:// bzw. http:// mit "versandhandel.dimdi.de/" beginnt. Nur dann handelt es sich um eine Webseite des DIMDI. Achten Sie besonders auf den Schrägstrich (/) nach ".de".
  1. Kaufen
    Öffnen Sie die Webseite des Händlers erneut über einen der im Register angegebenen Links. (Verzichten Sie also auf die "zurück"-Funktion Ihres Browsers und gehen auch nicht zurück in ein eventuell noch geöffnetes Fenster).

Ein Registereintrag beinhaltet die Kontaktdaten des Arzneimittelhändlers und seiner zuständigen Behörde.

Weitere Infos im Netz

DIMDI - Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
www.dimdi.de/static/de/amg/versandhandel/

DIMDI – Gute Übersicht Versandapotheken und sonstige Händler
www.dimdi.de/static/de/amg/versandhandel/haendler/index.htm

ARD-Themenabend
www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-medikamente/index.html

Das könnte Sie auch interessieren

RSS-Feed
  • mehrere Lidl-Bikes stehen in der Schlossstraße in Berlin-Charlottenburg

    Leihfahrräder in Berlin

    Seit einigen Monaten gehören die Leihfahrräder von Nextbike und von Lidl-Bike zum Berliner Straßenbild. Jeder kann darauf zurückgreifen. Wir haben die wichtigsten Infos rund um Leihfahrräder in Berlin hier zusammengefasst.

  • Eine Möbelpacker trägt eine Kiste herunter. (Foto: imago stock&people/Thomas Koehler/photothek.net)

    Unseriöse Umzugsfirmen zocken ab

    Die sogenannte Umzugsmafia hat eine fiese Masche. Sie lockt auf Flyern oder per Kleinanzeigen mit Billigangeboten. Ist der Umzug in vollem Gange verlangen die Spediteure plötzlich große Summen von den Kunden. Und die MÜSSEN oft zahlen, wenn sie ihre Möbel wiederhaben wollen.

  • Unter einem Scheibenwischer klemmen Autokärtchen, die fragen, ob man sein Auto verkaufen will (Foto: imago/M. Zettler)

    Autokärtchen - Abzocke oder ernstzunehmendes Angebot?

    Auf den bunten, laminierten Autokärtchen, die oft am Auto stecken, werben Autohändler, meist nur mit Handynummer genannt, die unser Auto kaufen wollen. Alles Abzocke oder ernstzunehmende Alternative zu Kleinanzeige und stationären Gebrauchtwarenhändler?

  • Hammer in der Hand eines Auktionators (Foto: imago/Frank Sorge)

    Schnäppchen beim Zoll

    Ob Elektronik, Musikinstrumente oder  Fahrräder: Der bundesdeutsche Zoll versteigert auf einer eigenen Plattform gepfändete, sichergestellte oder beschlagnahmte Dinge. Mit Glück kann man dort richtige Schnäppchen finden und Kuriositäten.

    Auf www.zoll-auktion.de gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Wer ein bißchen Zeit mitbringt, kann hier ordentlich Geld sparen. Unter den virtuellen Hammer kommen sowohl gebrauchte Dinge, aber auch viele Neuwaren.

  • Unter einen Wasserhahn werden mehrere Hundert-Euro-Scheine gehalten (Foto: imago/schöning)

    Warum wir kein (kaltes) Wasser sparen müssen

    115 Liter Wasser verbraucht der Berliner im Schnitt täglich. Klingt viel, ist es aber nicht. Denn seit Jahren verbrauchen wir kontinuierlich weniger Wasser.

    Dabei ist Deutschland ein wasserreiches Land. Verschwenden sollten wir es nicht, sparen müssen wir daran aber auch nicht.

  • Gebrauchtwagen mit Preis 12.900,- an der Windschutzscheibe; Foto: imago/Karlheinz Pawlik

    Preisverfall bei Dieselautos?

    Rund 300.000 Diesel-Autos gibt es in Berlin. Immer wieder geistern geplante Innenstadt-Fahrverbote oder spezielle Plaketten durch die Medien. Bei vielen Besitzern stellt sich deswegen die Frage: Ist mein Diesel überhaupt noch etwas wert?

  • Kampagnenmotiv DAB+; Foto: dabplus.de

    Die Zukunft des Radios: DAB+

    Radio-Empfang per UKW wird langsam zur aussterbenden Art. Die Zukunft heißt DAB+. Die digitale Verbreitung der Radioprogramme über Antenne. Wofür steht DAB+?

  • Screenshot App "ParkingList"; parkinglist.de

    Parkplatz-App „Parking List“

    Es gibt inzwischen zwar viele Apps, die Parkplätze anzeigen. Ob die dann aber tatsächlich frei sind, da muss man sich immer wieder überraschen lassen. Und teuer sind sie auch noch. Nun gibt es die neue kostenlose App „ParkingList“ von einem Berliner Start-Up. Die will private Parkplätze vermitteln, zu einem günstigen Preis.  

  • Bio-Gemüse und Obst in Plastikverpackung; Foto: imago/Jochen Tack

    Bio-Obst in Plastiktüten

    Weltweit werden jährlich 300 Millionen Tonnen Plastik produziert. Ein Großteil davon sind Lebensmittel-Verpackungen. Kurios, dass vor allem Bio-Obst- und -Gemüse oft in Plastik eingeschweißt ist. Warum das so ist und wie sich das vielleicht bald ändern könnte. 

  • Smartphone; Foto: imagao/Westend61

    Digitales Ausmisten – Frühjahrsputz auf dem Smartphone

    Im Handy-Display leuchtet die Warnung „Speicher fast voll“ auf. Zeit auszumisten. Überflüssige Apps, Spiele, Musik, aber auch Daten, die von uns völlig unbemerkt Speicherplatz blockieren, müssen weg. Das manuelle Löschen kostet viel Zeit. Zum Glück gibt es Aufräum-Helfer in Form von Apps. Hier einige Empfehlungen.

  • Frau mit Würfelzucker /imago/xblickwinkel/McPhotox/FotoxBegsteigerx

    Zuckerfalle Grill-Sauce

    Acht Würfel Zucker sollten wir laut WHO maximal täglich zu uns nehmen. Im Schnitt essen wir Deutsche 29 Stück Würfelzucker pro Kopf und Tag. Ein Grund: Der meiste Zucker lauert in Fertiggerichten, verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken. Die Stiftung Warentest hat für ihr Mai-Heft exemplarisch 60 Lebensmittel auf ihren Zuckergehalt getestet.

  • Kaffee und Tee (Bild: colourbox.com)

    Wundermittel Kaffeesatz

    Jeder Deutsche trinkt durchschnittlich vier Tassen Kaffee am Tag oder 165 Liter im Jahr. Der Kaffeesatz landet meistens in der Tonne. Absolute Verschwendung!

    Kaffeesatz ist der Superheld unter den Küchenabfällen: Putzmittel und Dünger, Schneckenschreck und Geheimwaffe für schöne Haut und Haare.

  • Bunt gefärbte Ostereier in einer Packung (Foto: imago stock&people / Winfried Rothermel)

    Freilandeier zu Ostern

    Kurz vor Ostern – und in Berlins Supermärkten und Einkaufsläden gibt es zur Zeit kaum Freilandeier. Rund ein Viertel der Eierkäufer greifen normalerweise zur Freilandvariante. Wegen der Vogelgrippe mussten freilaufende Hühner aber den Winter über in den Stall. Erst seit März ist die Stallpflicht aufgehoben, bzw. stark gelockert.

  • Foto: imago/eyevisto

    Kleiderschrank ausmisten und damit Geld verdienen

    Es ist Frühling – und der Frühjahrsputz macht auch vor dem Kleiderschrank nicht halt. Ausmisten lohnt sich bei den meisten von uns. Im Internet gibt es jede Menge Plattformen, auf denen man seine aussortierten Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires zu Geld machen kann.  

  • getrocknete Goji-Beeren (Quelle: colourbox)

    Superfood - regionale und preiswerte Alternativen

    Chiasamen, Gojibeeren, Aroniabeeren, Baobab und Moringa: Kann "Superfood" mehr als normale Lebensmittel? Ökotest hat Superfood unter die Lupe genommen. Viele waren schlechter als mangelhaft. Heimische Alternativen sind z.B. Brombeeren oder Grünkohl.

  • Smartphone mit PayPal-Logo auf Computertastatur (Foto: imago/Christian Ohde)

    Service 

    Digitale Bezahlmethoden

    Am 15. März ist Weltverbraucher-Tag. Die Verbraucherzentralen widmen sich dieses Jahr dem Thema „Digitale Bezahlmethoden“.

    Doch welche Bezahlmethoden gibt es, wie bekomme ich bei Problemen mit der Ware mein Geld zurück und wie sicher sind meine Daten im Netz?

    Antworten auf diese und weitere Fragen hat radioBERLIN-Verbraucherexpertin Silja Sodtke.

  • DVB-T2 HD

    Stichtag 29. März 

    DVB-T 2

    Bekommen Sie das Fernsehprogramm über Antenne, wie rund 400.000 Berliner? Dann heißt es umsteigen auf DVB-T 2. Sonst bleibt der Bildschirm dunkel. Informationen, worauf Sie achten müssen.

  • Finger auf Computertaste mit Flugzeugsymbol, , Foto: imago/Christian Ohde

    Flug-Börsen 

    Flugbuchungen im Netz

    Zeit ans Verreisen zu denken. Und vielen ist das schon mal passiert - Je öfter man auf manchen Online-Portalen einen bestimmten Flug anschaut, desto höher scheint der Preis zu klettern.

  • Eine Lupe ist auf die Website des handwerkerportals von myhammer.de gerichtet (Foto: imago stock&people/Schöning)

    Handwerkerportale im Netz

    Handwerkerportale im Internet, das heißt: Große Auswahl, viele Angebote, oft günstiger. Klingt eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Im bundesweiten Vergleich suchen vor allem die Berliner  ihre Handwerker gerne im Internet. Und auch bei vielen Handwerkern sind die Portale beliebt. Sie bekommen oft einen Großteil ihrer Aufträge, auch kurzfrisitige, daher.

Beitrag von Silja Sodtke; radioBERLIN 88,8-Verbraucherexpertin