Die Story
Der junge Staatsdiener J. Edgar Hoover (Leonardo di Caprio) arbeitet im Justizministerium und wird 1917 Zeuge einer Reihe von Bombenattentaten, verübt von radikalen Anarchisten gegen amerikanische Senatoren. Die politischen Umstände der Zeit bewegen Hoover radikale Methoden gegen Kommunisten einzuführen.
1924 ist der junge ehrgeizige Mann zum Chef des Bureaus of Investigation aufgestiegen und baut das wenig wirkungsvolle Büro zur Bundesbehörde, dem FBI, auf. Dabei schreckt er auch nicht vor fragwürdigen Methoden zurück. Unter dem Einfluss seiner extrem dominanten Mutter (Judy Dench) steigt J. Edgar Hoover zum inoffiziell mächtigsten Mann im Staat auf. Er überlebt acht Präsidenten, weil er durch seine Abhörmethoden über alle etwas weiß, das keiner wissen darf.
So hart und starr seine Prinzipien sind, so geheim hält Hoover sein Privatleben. Sein Büroleiter und Stellvertreter Clyde Tolson (Army Hammer) wird ein so enger Freund, dass er Zeit seines Lebens mit ihm verbunden bleibt. Hoovers Vorliebe, ab und zu in Frauenkleider zu schlüpfen und seine Reisen mit Tolson sind kleine Fluchten, die der Hardliner sich im Privatleben erlaubt. Wir lernen den Mann hinter der Fassade kennen, während J. Edgar Hoover seine Memoiren diktiert und sein Leben noch einmal Revue passieren lässt.
Die Darsteller
Leonardo di Caprio ist phänomenal in der Rolle von J. Edgar Hoover. Es ist schon fast erschreckend wie nah er einem die politisch umstrittene Figur bringen kann. Naomi Watts als Sekretärin und Judy Dench als Hoovers Mutter sind die einzigen, extrem starken Frauen in Hoovers Umfeld. Hinreißend ist Army Hammer als Hoovers Freund, der ihm in großer Liebe verbunden, ein Leben lang die Treue hält.
Das Fazit
So super gut und eindringlich gemacht wie Clint Eastwood diesen Erzkonservativen J. Edgar Hoover hier portraitiert, hinterlässt der Film doch ein komisches Gefühl. Die politische Seite Hoovers tritt hinter der persönlichen soweit zurück, dass einem der Mann fast sympathisch wird. J. EDGAR ist ein toller menschlicher, politisch gesehen aber ein zwiespältiger Film.
J. Edgar
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Naomi Watts, Judi Dench, Armie Hammer u.v.a.
Länge: 136 Minuten
FSK ab 12 freigegeben