Krimi im Kohlenpott
Ruhrpott 1966. Der Himmel ist grau, auch wenn die Sonne scheint. Tonnenweise liegt die Kohle auf den Halden, Zechen werden dichtgemacht, die Leute in Oberhausen haben Sorgen.
Da gerät der 14-Jährige Achim schnell in Vergessenheit, der Junge, der tot unter einer Brücke lag. Ein Unfall? Selbstmord? Mord? Das läßt Oberinspektor Manni Wagner keine Ruhe, obwohl der Fall als abgeschlossen gilt.
Ermittlungen in der eigenen Geschichte
Manni Wagner nimmt Urlaub und ermittelt auf eigene Faust, da, wo er aufgewachsen ist, in der Bergmannssiedlung, wo sein Bruder noch wohnt mit der Familie, wo Manni sich aber seit vielen Jahren nicht hat sehen lassen. Das wird nicht nur für Manni eine Zeitreise.
Er stellt Fragen, die keiner hören will, Fragen nach der Vergangenheit, kurz nach Kriegsende, als die Männer noch nicht zurück waren, als alle Hunger hatten und die wenigsten eine Wohnung. Denn es sieht so aus, als ob das Schicksal des toten Jungen viel zu tun hat mit der schlechten alten Zeit.
Fazit
Gut erzählt ist das, atmosphärisch perfekt getroffen, sogar der Kohlenpott-Dialekt funktioniert, und es ist ein spannender Krimi - und beim Lesen fühlt es sich irgendwie Schwarz-Weiß an. Was eine Empfehlung ist.
Monika Burghard
Peter Kersken
"Zechensterben"
Emons Verlag
11,90 Euro
