Schwerpunktverschiebung
Im Film ist die Working Mum dann Sarah Jessica Parker, und irgendwie kriegt man sie beim Lesen auch nicht aus dem Kopf.
Der Übergang von "Sex and the City" zur Working Mum, zur berufstätigen Ehefrau und Mutter, die natürlich auch noch Karriere macht und Spitze aussieht, ist ja auch irgendwie fließend. Nur stehen jetzt nicht mehr die Manolos im Lebensmittelpunkt, die Schuhe, die nicht zum Laufen da sind, sondern zum Angeben.
Doppelrolle
Jetzt ist das Wichtigste zum Beispiel, dass Mutti Kate was mitbringen soll zur Schulweihnachtsfeier von Tochter Emily, 6 Jahre alt. Das Mitgebrachte soll, nein muß selbstgemacht sein, so sind die ungeschriebenen Mutti-Gesetze. Also drischt Kate auf gekauften Kuchen ein, damit er irgendwie selbstgemacht wirkt.
Dabei ist Kate - im Hauptberuf oder ganz nebenbei, wie man will - Bankerin, und zwar mit Leidenschaft, schon aufgestiegen, aber nach oben ist noch Spiel.
Wir lernen ihr Leben kennen, ihren Streß, ihre sich überschlagenden Gedanken und ihre aktuelle Erledigungsliste. Die ist etwa eine Druckseite lang und reicht von "Engelsflügeln" für's Töchterchen über Beinerasieren bis zum Vorsatz, Baby Ben den Schnuller abzugewöhnen, bevor die Schwiegereltern wieder zu Besuch kommen.
Unter Beobachtung
Es ist kein Spaß, das Working-Mum-Leben zwischen Bestechungsgeschenken für die Kinder, schrägen Blicken vom ruhig vor sich hin arbeitenden Gatten und der scharfen Konkurrenz im Job, wo sich der Nachrücker über jede Panne freut, die Katie passiert. Und Panne ist ihr zweiter Vorname, irgendwie.
Liest sich sehr lustig, aber leben möchte man dieses Leben eher nicht.
Monika Burghard
Allison Pearson
"Working Mum"
rororo
9,95 Euro
