Hauptsache ein Satz
Das ist ja wohl das Wesentliche am Politiker, er muss zu einfach allem was sagen können. Ob's wer versteht, ob's irgendwie Inhalt hat - ach egal.
Und grad ganz egal ist die Logik. Beispiel. "Es gibt Elektriker, die verdienen 2000 Mark als Geselle im ersten Lehrjahr." Sigmar Gabriel. So kommt das eben, wenn man Lehrer gelernt hat.
Wir hatten mal einen Finanzminister, der konnte Rätsel aufgeben wie die Sphinx. "Die Mark wird durch den Euro sicherer." Hat Theo Waigel gesagt. Vielleicht hat er es sogar geglaubt. Aber verstehen kann man's nicht.
Noch besser: Michael Glos, auch mal Minister. "Ich kann ausschließen, dass ich keine unkorrekten Spenden angenommen habe." Aha. Wie jetzt. Doppelte Verneinung? Es eh Wurscht.
Auch Angela Merkel kann unmöglich gemeint haben, was sie gesagt hat. "Warum haben wir so wenig Kinder? Ich kümmere mich darum, und ich finde dabei viel Unterstützung." Hm. Wer hätte das gedacht.
Bei Nadja Auermann macht's ja nichts, Hauptsache, sie ist schön, wenn sie dies spricht: "Meine Tochter ist jetzt drei Monate und vier Wochen alt."
Jäger des verlorenen Satzes
Aber jetzt versuch ich's mal, jetzt les' ich mal, was der Stoiber Edmund so zum Besten gibt, da können wir sicher sein, dass es kein einmaliges Versehen ist, und zur Nachsicht besteht kein Anlass.
"Wenn heute eine Familie ein Kind bekommt, eine Frau mit ihrem Mann oder umgekehrt, wenn ein Kind, wenn ein Kind zur Familie kommt..." - hier geben wir auf oder umgekehrt.
Wenn sie das alle so wegnuscheln, die Jauchs und die Dalls und Bernhard Vogel und Norbert Blüm und alle, dann geht's ja noch.
Beim Nachlesen gibt's nur noch: Fremdschämen oder brüllend lachen.
Monika Burghard
Jule Philippi
"Wir müssen den Kindern mehr Deutsch lernen
- Weisheiten aus Politik und Gesellschaft"
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