Tortenschlacht
Eine Leiche, Hausbesetzer und Ärger mit Stasi-Akten. Ein Berlin-Krimi, in dem Tonfall und Atmosphäre stimmen.
Ärger mit der Akte
Berlin, nicht lange nach dem Mauerfall. Taxifahrer Heini Boelter hat soeben seine ale Wolgataxe mit schwarz-weißen Zierstreifen verschönert und will Feierabend machen, als ein geheimnisvoller Fahrgast einsteigt.
Der Mann im Trenchcoat kennt Heinis Namen und hat einen Auftrag: In genau drei Stunden soll Heini in der Normannenstraße sein, an der Stasizentrale, dort mit den Demonstranten das Haus stürmen, dann gleich links in den Keller schleichen, eine ganz bestimmte Akte besorgen und die zum Alex bringen. Für 3000 Mark. Heini macht's - und kriegt Ärger. War klar.
Seitenwechsel
Ärger kriegt auch Hauptkommissar Knoop, der hat sich von seinem Kollegen Hünerbein überreden lassen, von West- nach Ost-Berlin zu wechseln, ermitteln könne man überall, meint er und weist mit Nachdruck auf die Dschungelzulage hin. Ja, so sagte man damals.
Noch mehr Probleme
Hauptkommissar Knoop macht den Deal, und zack, hat er eine Ermittlung im Hausbesetzer-Milieu. Es hat gebrannt, es gibt eine Leiche, und Knoop macht sich Sorgen um seine verschwundene Tochter. Von der wußte er bis zum Mauerfall nichts, "das Ergebnis einer längst vergessenen Jugendliebe". Jetzt hängt sie mit Punkern rum und ist schwierige 16.
Knoops drittes Problem sind die Kollegen im ehemaligen Volkspolizeipräsidium am Alex, die Ost-Kollegen, die nicht entzückt sind, wenn der Wessi dauernd alles besser weiß.
Guter Berlin-Krimi, Straßen, Tonfall, Atmosphäre - alles richtig stimmig.
Monika Burghard
Oliver G. Wachlin
"Tortenschlacht"
emons-verlag
9,90 Euro
